Verschlimmbesserung von TurboMed in der letzten Zeit
Verfasst: Donnerstag 6. August 2020, 18:13
Hallo liebe Kollegen,
so allmählich wird das Design von TM wohl geändert, bzw. modernisiert und einige Änderungen eingefügt. Ich habe auch die letzte Design-Änderung (Fenster ‚Auf Wartezimmerliste setzen‘) erst einmal zwei Monate auf mich einwirken lassen. Die anderen Änderungen in der Hautkrebsvorsorge und in der Tagesliste haben ja schon früher Eingang in die Software gefunden.
Was läuft schief: grundsätzlich kann man sehen, dass nach dem Motto umgestaltet wird: ‚function follows form‘. Dabei wäre mir, und vermutlich vielen anderen Kollegen auch, der alte Grundsatz ‚form follows function‘ wesentlich lieber.
Konkret:
1) Betr. z.B. Formular Hautkrebsvorsorge, Tagesliste: Vor einem hell-graublauen Hintergrund sind die zu markierenden weißen Kästchen, ohne Umrandung, verborgen, ja verborgen, denn je nach Neigung des Monitors sind diese Kästchen kaum sichtbar. Der Kontrast zwischen der Hintergrundfarbe und dem weißen Kästchen könnte geringer kaum sein. Aus Sicht der Arbeitsmedizin ein Desaster. Schlechter könnte man die Arbeitsergonomie eines User Interface (UI) kaum gestalten.
Doch damit nicht genug, es geht weiter:
2) In der Tagesliste nehmen die Optionen zur Einstellung ca. die Hälfte in der Höhe des Bildschirms ein (1280x1024 Pixel in meinem Falle). Gut, es mögen manche Kollegen schon vor 4 K Bildschirmen sitzen. Dann möchte ich aber nicht wissen wie die kleinen Zeilen in der Patientenliste wirken. Wann stelle ich in der Tagesliste meine Einstellungen um: nur hin und wieder, jedenfalls nicht täglich mehrfach. Die Patientenliste interessiert mich aber sehr und damit steht die Präferenz für das UI. TM macht das aber mal wieder umgekehrt und noch schlimmer:
Ich darf jetzt 2x scrollen: einmal das Fenster der Tagesliste und(!) die Patientenliste. Die Fenstergröße überragt nämlich die Höhe meines Bildschirms von 1024 Pixel! Die Entwickler sind vermutlich von 1080 Pixel (oder mehr?) ausgegangen, dabei haben viele Kollegen noch die beliebten Büromonitore mit 1024 Pixel Höhe. Wenn man weniger Platz oben verschwendet hätte bei den Einstellungen mit nutzlosem Design, hätte man das gesamte Fenster auch problemlos auf 1024 Pixel Höhe unterbringen können. Ich möchte meine Praxis im Rahmen des Möglichen umweltbewusst und nachhaltig führen und daher meine 7 Jahre alten Monitore nicht alle entsorgen müssen, bevor sie Ihr natürliches Lebensende erreichen.
Daher: neben einer halbwegs vernünftigen Arbeitsergonomie, sollten auch die Werte Umweltschutz und Nachhaltigkeit in die Philosophie der CompuGroup im Design Ihrer Programme allmählich Eingang finden.
3) Die neue Wartezimmerliste:
- der kleinste Mangel: es mag sein, dass man die Patienten meist im ersten Wartebereich setzen möchte, und daher die Auswahl nicht mehr wie bisher auf den Punkt Wartebereich beim Aufruf springt, sondern gleich in das Feld Bemerkungen. Aber könnte man die Wahl hier nicht dem User überlassen welches Auswahlfenster zuerst aktiviert ist?
- Im Feld Bemerkungen funktionieren die Zeilenmakros nicht mehr. Warum? Wo liegt der Vorteil?
- Die Buttons OK und Abbrechen wurden in der Reihenfolge vertauscht. Das ist hoffentlich nur ein kleines Versehen und wird bald korrigiert werden, oder?
Jetzt wird es aber ernst, da es die Sicherheit der Patientenversorgung betrifft:
4) Rezepte:
- Zum einen kann ich bei einem Medikament immer noch keine Standarddosierung vorgeben. Es mag wenige Kollegen geben die grundsätzlich keine Dosierung angeben wollen auf dem Rezept, ich möchte es aber immer. Wenn eine Standarddosierung hinterlegt werden könnte, dann hätte ich zum einen weniger zum Tippen und vor allen Dingen wäre eine gravierende Fehldosierung aufgrund eines Irrtums meinerseits in der Hektik des Praxisalltags wesentlich unwahrscheinlicher. Aber Turbo Med kann das seit Jahrzehnten nicht.
- Außerdem steht seit einiger Zeit nur noch ein sehr kleiner Raum für die Dosierungsangabe zur Verfügung. Wenn ich z.B. die Dosierung über die Zeit ändern muss, z.B. „S: 1x1Tbl pro Tag für eine Woche, danach 1x1 Tbl. /Woche“ oder weitere Angaben erforderlich sind wie z.B. „S: 1-0-1, nicht mit Milch oder Milchprodukten zusammen einnehmen“, dann bringe ich diesen Text auf dem Rezept nicht mehr unter. TurboMed erlaubt mir nur wenige Zeichen unterhalb des Arzneimittels einzufügen. Wie soll ich die Dosierung jetzt auf dem Rezept und in der Akte gleichzeitig dokumentieren? Derzeit muss ich es von Hand(!) auf das Rezept schreiben und hernach in der Akte vermerken (Dokumentationspflicht!). Auch andere Hinweise bei Lokaltherapien zur Lokalisation, Häufigkeit und ev. Dosisreduzierung über die Zeit lassen sich innerhalb dieser paar Zeichen die mir übrig geblieben sind, nicht mehr unterbringen. Früher war das problemlos möglich. Ich fühle mich hier zulasten der Patientensicherheit drangsaliert.
Grundsätzlich sollte beachtet werden:
1) gute Bedienbarkeit mit der Tastatur erhalten, denn das geht schneller als mit der Maus.
2) gute Kontraste im Monitorbild beibehalten, niemals weiße Kästchen auf hell-graublauem Grund!
3) Ressourcenschonende Software, damit auch umweltschonend und nachhaltig.
4) Die bisherigen Hilfen, wie die Zeilenmakros, nicht einfach Stück für Stück stilllegen, sondern entweder belassen oder höchstens durch etwas Besseres ersetzen.
Das ist keine unerfüllbare Wunschliste.
Mal gespannt wie die weiteren Updates ausfallen. Zur Not muss man einen Schnitt machen.
Beste Grüße
Martin
so allmählich wird das Design von TM wohl geändert, bzw. modernisiert und einige Änderungen eingefügt. Ich habe auch die letzte Design-Änderung (Fenster ‚Auf Wartezimmerliste setzen‘) erst einmal zwei Monate auf mich einwirken lassen. Die anderen Änderungen in der Hautkrebsvorsorge und in der Tagesliste haben ja schon früher Eingang in die Software gefunden.
Was läuft schief: grundsätzlich kann man sehen, dass nach dem Motto umgestaltet wird: ‚function follows form‘. Dabei wäre mir, und vermutlich vielen anderen Kollegen auch, der alte Grundsatz ‚form follows function‘ wesentlich lieber.
Konkret:
1) Betr. z.B. Formular Hautkrebsvorsorge, Tagesliste: Vor einem hell-graublauen Hintergrund sind die zu markierenden weißen Kästchen, ohne Umrandung, verborgen, ja verborgen, denn je nach Neigung des Monitors sind diese Kästchen kaum sichtbar. Der Kontrast zwischen der Hintergrundfarbe und dem weißen Kästchen könnte geringer kaum sein. Aus Sicht der Arbeitsmedizin ein Desaster. Schlechter könnte man die Arbeitsergonomie eines User Interface (UI) kaum gestalten.
Doch damit nicht genug, es geht weiter:
2) In der Tagesliste nehmen die Optionen zur Einstellung ca. die Hälfte in der Höhe des Bildschirms ein (1280x1024 Pixel in meinem Falle). Gut, es mögen manche Kollegen schon vor 4 K Bildschirmen sitzen. Dann möchte ich aber nicht wissen wie die kleinen Zeilen in der Patientenliste wirken. Wann stelle ich in der Tagesliste meine Einstellungen um: nur hin und wieder, jedenfalls nicht täglich mehrfach. Die Patientenliste interessiert mich aber sehr und damit steht die Präferenz für das UI. TM macht das aber mal wieder umgekehrt und noch schlimmer:
Ich darf jetzt 2x scrollen: einmal das Fenster der Tagesliste und(!) die Patientenliste. Die Fenstergröße überragt nämlich die Höhe meines Bildschirms von 1024 Pixel! Die Entwickler sind vermutlich von 1080 Pixel (oder mehr?) ausgegangen, dabei haben viele Kollegen noch die beliebten Büromonitore mit 1024 Pixel Höhe. Wenn man weniger Platz oben verschwendet hätte bei den Einstellungen mit nutzlosem Design, hätte man das gesamte Fenster auch problemlos auf 1024 Pixel Höhe unterbringen können. Ich möchte meine Praxis im Rahmen des Möglichen umweltbewusst und nachhaltig führen und daher meine 7 Jahre alten Monitore nicht alle entsorgen müssen, bevor sie Ihr natürliches Lebensende erreichen.
Daher: neben einer halbwegs vernünftigen Arbeitsergonomie, sollten auch die Werte Umweltschutz und Nachhaltigkeit in die Philosophie der CompuGroup im Design Ihrer Programme allmählich Eingang finden.
3) Die neue Wartezimmerliste:
- der kleinste Mangel: es mag sein, dass man die Patienten meist im ersten Wartebereich setzen möchte, und daher die Auswahl nicht mehr wie bisher auf den Punkt Wartebereich beim Aufruf springt, sondern gleich in das Feld Bemerkungen. Aber könnte man die Wahl hier nicht dem User überlassen welches Auswahlfenster zuerst aktiviert ist?
- Im Feld Bemerkungen funktionieren die Zeilenmakros nicht mehr. Warum? Wo liegt der Vorteil?
- Die Buttons OK und Abbrechen wurden in der Reihenfolge vertauscht. Das ist hoffentlich nur ein kleines Versehen und wird bald korrigiert werden, oder?
Jetzt wird es aber ernst, da es die Sicherheit der Patientenversorgung betrifft:
4) Rezepte:
- Zum einen kann ich bei einem Medikament immer noch keine Standarddosierung vorgeben. Es mag wenige Kollegen geben die grundsätzlich keine Dosierung angeben wollen auf dem Rezept, ich möchte es aber immer. Wenn eine Standarddosierung hinterlegt werden könnte, dann hätte ich zum einen weniger zum Tippen und vor allen Dingen wäre eine gravierende Fehldosierung aufgrund eines Irrtums meinerseits in der Hektik des Praxisalltags wesentlich unwahrscheinlicher. Aber Turbo Med kann das seit Jahrzehnten nicht.
- Außerdem steht seit einiger Zeit nur noch ein sehr kleiner Raum für die Dosierungsangabe zur Verfügung. Wenn ich z.B. die Dosierung über die Zeit ändern muss, z.B. „S: 1x1Tbl pro Tag für eine Woche, danach 1x1 Tbl. /Woche“ oder weitere Angaben erforderlich sind wie z.B. „S: 1-0-1, nicht mit Milch oder Milchprodukten zusammen einnehmen“, dann bringe ich diesen Text auf dem Rezept nicht mehr unter. TurboMed erlaubt mir nur wenige Zeichen unterhalb des Arzneimittels einzufügen. Wie soll ich die Dosierung jetzt auf dem Rezept und in der Akte gleichzeitig dokumentieren? Derzeit muss ich es von Hand(!) auf das Rezept schreiben und hernach in der Akte vermerken (Dokumentationspflicht!). Auch andere Hinweise bei Lokaltherapien zur Lokalisation, Häufigkeit und ev. Dosisreduzierung über die Zeit lassen sich innerhalb dieser paar Zeichen die mir übrig geblieben sind, nicht mehr unterbringen. Früher war das problemlos möglich. Ich fühle mich hier zulasten der Patientensicherheit drangsaliert.
Grundsätzlich sollte beachtet werden:
1) gute Bedienbarkeit mit der Tastatur erhalten, denn das geht schneller als mit der Maus.
2) gute Kontraste im Monitorbild beibehalten, niemals weiße Kästchen auf hell-graublauem Grund!
3) Ressourcenschonende Software, damit auch umweltschonend und nachhaltig.
4) Die bisherigen Hilfen, wie die Zeilenmakros, nicht einfach Stück für Stück stilllegen, sondern entweder belassen oder höchstens durch etwas Besseres ersetzen.
Das ist keine unerfüllbare Wunschliste.
Mal gespannt wie die weiteren Updates ausfallen. Zur Not muss man einen Schnitt machen.
Beste Grüße
Martin