AOK Trojaner
Verfasst: Samstag 27. Juni 2009, 19:02
Langsam reicht es mir....
Jetzt bekommen wir in Bayern also auch diesen ominösen „gekapselten Kern“. Ein in Turbomed eingebundenes Programm mit verschlüsselter Verbindung ins Internet, bei dem ich nicht weiß, welche medizinischen Informationen an welchen Server geschickt werden. Woanders nennt man solche Programme Trojanisches Pferd. Und im Unterschied zu TMNet bin ich als HzV-Arzt zur Verwendung verpflichtet. Besonders genial: ich finanziere meinen Trojaner auch noch selbst (2 Ärzte, Mindestvertragsdauer 2 Jahre = 450 EUR).
Mit diesem Programmteil sollen dann also auch Verordnungen ausgestellt werden. Ich sage voraus, das geht dann mit der selben überragenden Geschwindigkeit wie jetzt die Einschreibeformulare.
Ein extra Server soll her („HzV-Box“). Den kann nur der kompetente Vertriebspartner aufstellen und nicht der depperte Arzt selbst. Kostenpunkt um 1200 EUR. Sicherheitshalber ist die Bestellmenge auf dem Bestellfax schon vor-ausgefüllt.
Besonders erfreulich: ich erfahre das alles von meinem Praxis-EDV-Anbieter, der im Unterschied zum Hausarztverband (Zitat Homepage: „Die Vertragsparteien befinden sich derzeit noch in einem intensiven Abstimmungsprozess über die Einzelheiten der Anlagen“) die ausgehandelten Vertragsanhänge bzgl. EDV offenbar schon kennt. Und selbstverständlich das ganze wenige Tage vor Quartalsende und dem Stichtag für die Abrechnung. Absolut professionell kommuniziert.
Tut mir leid, Hausarztverband, aber was sich da abzeichnet, wiegt das höhere Honorar bald nicht mehr auf. Die Bürokratie ist schon jetzt noch mehr geworden (was darf ich nochmal abrechnen, wenn ich am Samstag meinen eigenen Palliativ-Patienten besuche?), Gemauschel mit der AOK hinter den Kulissen wie bei der KV, die EDV wird immer komplexer, und jetzt noch gläserner Arzt und gläserner Patient?
Nein danke!
Jetzt bekommen wir in Bayern also auch diesen ominösen „gekapselten Kern“. Ein in Turbomed eingebundenes Programm mit verschlüsselter Verbindung ins Internet, bei dem ich nicht weiß, welche medizinischen Informationen an welchen Server geschickt werden. Woanders nennt man solche Programme Trojanisches Pferd. Und im Unterschied zu TMNet bin ich als HzV-Arzt zur Verwendung verpflichtet. Besonders genial: ich finanziere meinen Trojaner auch noch selbst (2 Ärzte, Mindestvertragsdauer 2 Jahre = 450 EUR).
Mit diesem Programmteil sollen dann also auch Verordnungen ausgestellt werden. Ich sage voraus, das geht dann mit der selben überragenden Geschwindigkeit wie jetzt die Einschreibeformulare.
Ein extra Server soll her („HzV-Box“). Den kann nur der kompetente Vertriebspartner aufstellen und nicht der depperte Arzt selbst. Kostenpunkt um 1200 EUR. Sicherheitshalber ist die Bestellmenge auf dem Bestellfax schon vor-ausgefüllt.
Besonders erfreulich: ich erfahre das alles von meinem Praxis-EDV-Anbieter, der im Unterschied zum Hausarztverband (Zitat Homepage: „Die Vertragsparteien befinden sich derzeit noch in einem intensiven Abstimmungsprozess über die Einzelheiten der Anlagen“) die ausgehandelten Vertragsanhänge bzgl. EDV offenbar schon kennt. Und selbstverständlich das ganze wenige Tage vor Quartalsende und dem Stichtag für die Abrechnung. Absolut professionell kommuniziert.
Tut mir leid, Hausarztverband, aber was sich da abzeichnet, wiegt das höhere Honorar bald nicht mehr auf. Die Bürokratie ist schon jetzt noch mehr geworden (was darf ich nochmal abrechnen, wenn ich am Samstag meinen eigenen Palliativ-Patienten besuche?), Gemauschel mit der AOK hinter den Kulissen wie bei der KV, die EDV wird immer komplexer, und jetzt noch gläserner Arzt und gläserner Patient?
Nein danke!