Zu RED ein paar Worte und Erfahrungswerte ohne Anspruch auf Allgemeinverbindlichkeit :
- Die VPN-Box für rund 500 Euro ist nur selten erforderlich. Dabei handelt es sich um einen vollwertigen Router, der optional als Firewall und sowas eingesetzt werden kann (also vorbereitet für die separate Sicherheitslösung von RED). Kann nicht mit Sicherheit sagen, welches Produkt es genau ist, vermute aber Watchguard oder sowas. Wie gesagt: Nicht zwingend erforderlich, wenn man "nur" die TI-Anbindung nutzen will.
- Anbindung 1: Meist kommt die Red Box Mini zum Zuge. Das ist ein kleiner Mikrotik-Router, der als VPN-Router das Gateway zum Rechenzentrum darstellt. Die kleine Box kostet nix extra.
- Anbindung 2:
@nmndoc erwähnt die Option, dass ein eigener Router die Verbindung aufbaut. Das wird/wurde auf der Website von RED auch so dargestellt. In der Praxis habe ich das aber so nicht beobachten können: Auch wenn eine vollwertige Firewall mit den nötigen Fähigkeiten in der Praxis steht, kommt die Red Box Mini. Die baut dann einen Wireguard- oder OpenVPN-Tunnel auf.
Dann muss man halt nur dort die Netzwerkeinstellungen anpassen, wo ein Zugriff auf die RED-TI laufen soll - an den Clients/Geräten oder im eigenen Router. Das Routing für die TI sollte man ohnehin man in der eigenen Firewall selektiv steuern und damit die Kontrolle bewahren. So bleiben die Verantwortungsbereiche/Zuständigkeiten/Haftung sauber getrennt.
Und ganz deutlich: Selbst dort, wo Kunde darum gebeten hat, den Tunnel in der eigenen Firewall-Appliance anzulegen, hat RED die Minibox geschickt und eingerichtet. Vernünftig und sicherer, zumal die Minibox hinter der eigenen Firewall sitzt, aktiv zu RED verbindet und somit nicht das Risiko versehentlicher Freigaben auf der eigenen Firewall entsteht.
Weitere Erfahrungen, die nun mehrere Monate zurückliegen und damit überholt sein können:
- Erreichbarkeit telefonische Hotline: Mit teils längerer bis sehr langer Wartemusik, aber dann meist direkte Lösung durch den unglaublich freundlichen und hilfsbereiten First-Level-Support bzw. schnelle Verbindung mit Techniker: Kann durchaus vorkommen, wenn Problem dringend und dem Anschein nach kurzfristig lösbar.
- Reaktion E-Mail-Support: Mein letzter Stand ist, dass man hier erheblich nachbessern wollte. Und ich halte mich extrem zurück, wenn ich sage, dass mir das auch bitter nötig erschien.
- Ich habe dort Konnektoren von Secunet und RISE als Verbindungsziel ausgemacht.
- Stabilität und Performance waren vorwiegend gut, wobei mir persönlich eine kurze E-Mail bei Konnektorneustarts gefehlt hat. Das würde Nervosität und Anrufe ersparen, weil man ja nicht weiß, ob´s nur kurz ist oder ein Totalausfall...
- Die zeitnahe Kommunikation bei zentralen Ausfällen wurde stetig verbessert, um es sachlich zu formulieren.
Wie bei vielen Remote-Konnektor-Lösungen sind Dinge wie SMC-B-Tausch, KT-Pairing etc. nur mit Hilfe der Hotline möglich gewesen. Das Kunden-Controlcenter war nur begrenzt als "Self-Service" zu verstehen. Für solche Serviceanliegen ist eine Terminvereinbarung vorgesehen, die manchmal etwas Vorlauf mit sich bringen sollte. Aber in vielen Fällen ging es auch spontan, so man bei der Hotline durchgekommen ist.
Zum finanziellen Aspekt: Man sollte sich genau die Preise anschauen und dabei die Anzahl von Clients und Geräten berücksichtigen. RED war mal der günstigste Anbieter, und das hat sich dann irgendwann nach der Einführung der Pauschalen auch für Bestandskunden geändert (für die sogar sehr deutlich). Das kann man akzeptieren, muss man aber nicht.
Was meine Kunden und mich ganz besonders gestört hat, war der Einrichtungspreis für weitere Kartenterminals. Wenn man gut vorbereitet hat, ist das in unter 15 Minuten erledigt, kostet aber trotzdem pauschal. Andererseits wird es nicht teurer, wenn es wirklich kompliziert und langwierig sein sollte.
Ansonsten
kann will ich nicht viel mehr dazu sagen, außer eben, dass meine Kunden nicht mehr dort sind. Das hat nicht (nur) mit dem Preis zu tun, der aktuell immer noch unterhalb der Erstattung liegen dürfte.
Aber noch was Positives: Die Einrichtung der RED-TI läuft per Fernwartung. Anpassungen auch. Und die Supporterinnen und Supporter sind so gut und geduldig, dass die komplette Aufstellung von einer MFA erledigt werden kann. Mit Ausnahme der PIN-Eingaben vielleicht, so rein formal.
Das KIM-Produkt war preislich nicht attraktiv genug, um es testen zu wollen.
Transparenzhinweis: Ich war aktiv als Servicepartner für RED gelistet bis etwa Ende 2024.
Bei CGM geht´s recht elegant, wenn man einen guten VSP als TI-Ansprechpartner hat. Diejenigen, mit denen ich zusammenarbeite, sind da schnell und flexibel, weil sie das alles dezentral selbst bearbeiten können.
Tipp: Man kann bei CGM-TI seinen TI-Partner selbst wählen bzw. per Formular wechseln, unabhängig vom PVS. Man kann als Z1-Kunde (Zahnarzt) auch einen ALBIS-Partner wählen - nur für die TI natürlich. Kann durchaus vorteilhaft sein, je nach Konstellation.
Wen ich wähle? Aufgrund der erstklassigen Servicementalität sehr gern Arzt+Computer (Mavia e.K. - ja, das sind die, die dieses Forum hosten!).
https://www.arzt-und-computer.de/kim-ti ... rastruktur
Oder auch LS Data in Aurich - auch erstklassig.
Bei CGM kann man, wenn es sinnvolle Gründe gibt, auch immer noch einen lokalen Konnektor bekommen. Ohne Aufpreis. Gründe sind z.B. eine schwache Internetverbindung, häufig erforderliche Anpassungen am Infomodell etc.
Es lohnt sich speziell für Wechsler, nach aktuellen Preisen zu fragen. Ich habe da z.B. gesehen: Netto 145 Euro mtl. "all in" ohne Startgebühr für bis zu 10 Plätze mit Einrichtung durch einen DVO vor Ort. Unabhängig vom PVS, also auch für T2med möglich.
T2med ist vorbildlich -> Kann mit jedem Konnektor, und ich sehe keine praktischen Unterschiede zwischen Secunet und Kocobox (aktuelle Version hat auch Performance).
I-Motion:
Neben RED die Einzigen (mir bekannten!), die eine Art Selbstinstallation ermöglichen. Ob es immer noch secunet gibt, lässt sich erfragen. Das Portal ist etwas undurchsichtig, aber enthält alles, was nötig ist. Preise sind halt... tja... wie sie sind. In Abhängigkeit von der Laufzeit kann es deutliche Rabatte geben, zumal es nicht so auf die Praxisgröße ankommt. Support? Die wenigen Konversationen, die ich mit I-Motion bisher hatte, waren schnell und effektiv. Per E-Mail läuft es dort auch flott.
Bei KIM hat I-Motion (gute) Besonderheiten:
- Grundsätzlich kann man jederzeit das KIM-CM komplett entfernen und neu installieren und hat dadurch in wenigen Minuten die komplette KIM-Einrichtung erledigt. Dafür muss man sich dann nicht einmal am Portal anmelden, weil im CM-Manager eine spezielle Kundenkennung und eine CM-ID ausreichen. Der Rest wird über die Telematik-ID verifiziert. Ist also trotzdem gut gesichert.
- Passwort resetten? Klappt im Manager in Sekunden. Ohne irgendwelche Portale und Einmalpasswörter etc.
- Bei jeder Anpassung spuckt der Manager alle notwendigen Daten als PDF samt ggf. Zertifikaten für die Clients aus.
- Anbindung von PVS, Thunderbird und Co. ist denkbar einfach.
Von allen KIM-CM ist es aus meiner Sicht das unkomplizierteste. Kompatibel, nahezu selbsterklärend und kompakt. Macht richtig Spaß!
