KVWL -Brief, Honorare gesichert?

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DocMoritz
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KVWL -Brief, Honorare gesichert?

Beitrag von DocMoritz »

Hallo,
Habe diesen KVWL-Newsletter bekommen, ist zwar nicht TurboMed relevant, aber unter Rubrik sonstige/politische Themen darf gepostet werden. Versteh nicht viel von KVFinazierung und -Verwaltung , aber wenn hier extra erwähnt wird, dass Honorare nicht gefährdet sind, wird man misstrauisch , wie ist Eure Meinung dazu , obwohl es erst (nur :-) ) KVWL betrifft .
Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie eventuell der Presse entnehmen konnten, wurde das Vorstandsmitglied Thomas Müller, das bisher für die finanziellen Belange der KVWL verantwortlich war, mit Wirkung zum 7. Februar 2024 freigestellt. Hierzu möchten wir Ihnen folgende Informationen geben:

Die KVWL hat eigenes Vermögen in relevanter Höhe in verschiedenen Vermögensanlagen, insbesondere auch im Immobiliensektor, investiert. Die Anlage von Vermögen in verschiedene Anlageklassen ist ein grundsätzlich übliches und zulässiges Vorgehen bei den Kassenärztlichen Vereinigungen.

Allerdings drohen nun einigen dieser Kapitalanlagen, in die die KVWL wie auch andere durch das SGB regulierte Investoren investiert hatte, angesichts der jüngsten Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt Verluste. Die Höhe der möglichen Verluste kann erst nach einer sachverständigen Bewertung näher beziffert werden. Wie für alle anderen Investoren auch, war die negative Entwicklung bei Abschluss der Anlagen nicht vorhersehbar.

Durch organisatorische Maßnahmen wirkt die KVWL dieser Entwicklung bereits entgegen. Ein sachgerechtes Management zur Bewertung und ggf. Umstrukturierung der betroffenen Kapitalanlagen ist durch den Vorsitzenden der Vertreterversammlung, Herrn Dr. Ulrich Oeverhaus, schon organisiert. Hierzu befindet sich die KVWL auch in enger Abstimmung mit der für sie zuständigen Rechtsaufsicht.

Die Betreuung des Bereiches der Kapitalanlagen wurde in externe Fachexpertise gegeben. Alle anderen Bereiche, die bisher im Ressort 3 verantwortet wurden, werden durch die anderen beiden Vorstände kommissarisch verwaltet.

Die Erfüllung der öffentlichen-rechtlichen Aufgaben der KVWL ist davon nicht beeinträchtigt. Die Auszahlung der Honorare und der Gehälter der Mitarbeitenden der KVWL sind sichergestellt.

Der Vorstand wird gemeinsam mit den Mitgliedern und der Vertreterversammlung unter Einbindung des Landesgesundheitsministeriums (MAGS) und juristischer Unterstützung eine vollständige Aufklärung und umfassende Überprüfung der potenziell kritischen Investments durchführen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ulrich Oeverhaus, Vorsitzender der Vertreterversammlung
Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender
Dr. Volker Schrage, Stv. Vorstandsvorsitzender
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Lazarus
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Re: KVWL -Brief, Honorare gesichert?

Beitrag von Lazarus »

Das klingt doch beruhigend, wenn sogar Honorare und Gehälter gesichert sind, die denen gar nicht gehören.....Meinte man evtl. eher den Klassiker , dass Provisionen, Boni, Vermittlungs- und Verwaltungsgebühren für überteuerte Immobiliengeschäfte gesichert sind?
Welche Bank hängt da mit derin?

Möglicherweise ist eine kleine Immobilienblase geplatzt, Kredite werden teurer, Ramsch-Immobilien billiger, ein minimaler Liquiditätsengpass, davon geht die Welt nicht unter, die KVWL wird doch noch gebraucht.

Bezieht sich das auch auf das ärztl. Versorgungswerk?
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DocMoritz
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Re: KVWL -Brief, Honorare gesichert?

Beitrag von DocMoritz »

Ich hoffe ,dass das Versorgungswerk mit KVWL nichts zu tun hat .

Noch ein Rundschreiben
Liebe Mitglieder des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe,

sicherlich haben Sie mit Verwunderung wahrgenommen, dass der Finanzvorstand der KVWL, Thomas Müller, am 07. Februar 2024 von seinem Posten freigestellt worden ist.

Die Mitglieder der Vertreterversammlung (VV) wurden am Freitag, den 09.02.2024, in einer Web-Konferenz von dem Vorsitzenden der Vertreterversammlung, Dr. Ulrich Oeverhaus, darüber informiert. Zuvor hatte es intensive Gespräche mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales gegeben, das formal und rechtlich die Aufsicht über die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe hat.

Grund für die Freistellung von Thomas Müller sind Verluste bei Immobilienanlagen, deren Erträge sonst dazu dienen sollen z.B. den Personalhaushalt der KVWL und die Verwaltungskostenumlage zu stützen. Die genaue Höhe der Verluste kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht beziffert werden, übersteigt aber, den im Haushalt 2024 festgelegten Betrag der eingeplanten Wertkorrrekturen von Finanzanlagen. Verluste in zweistelliger Millionenhöhe können nicht ausgeschlossen werden.

Aktuell sind die Mitglieder der VV unter der Leitung von Dr. Ulrich Oeverhaus dabei, die genauen Verluste zu beziffern und die Vorgänge rund um die Investitionen und Finanzanlagen zu klären. Aus diesem Grund ist bereits eine renommierte Anwalts- und Finanzkanzlei zur Unterstützung und Aufklärung hinzugezogen worden. Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit der KVWL kurz-, mittel- und langfristig zu sichern.

Nach aktuellem Sachstand sind unsere Honorare, das Tagesgeschäft und
auch die Personalkosten der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe gesichert!
bofh
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Re: KVWL -Brief, Honorare gesichert?

Beitrag von bofh »

Aus welchen KV Einnahmen stammen denn die Gelder, die hier nicht optimal gehortet worden sind? Hätte man diese nicht besser für höhere (= nicht so stark gekürzte) Honorarzahlungen an die Ärzte bzw. in geringere Verwaltungsgebühren "investieren" sollen oder gar müssen? Hat das Landesgesundheitsministerium in der Aufsicht versagt?
XRAY
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Re: KVWL -Brief, Honorare gesichert?

Beitrag von XRAY »

Die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe ist eine Einrichtung der Ärztekammer Westfalen-Lippe, demnach nicht der KVWL zugehörig. Dennoch werden die ärztlichen Beiträge seitens der Ärzteversorgung ebenfalls in Vermögensanlagen investiert, weswegen auch hier Verluste grundsätzlich nicht auszuschließen sind, was aber mit beschriebenem Fall nicht unmittelbar etwas zu tun haben dürfte.

Inwiefern die Personalkosten der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe gesichert sind, dürfte ärztlicherseits eher belanglos sein..., ggf. aber nicht dem Steuerzahler, der die Misswirtschaft refinanzieren darf. Aber da Ärzte auch Steuerzahler sind, schließt sich dann wieder der Kreis...

Die Kassenärztlichen Vereinigung verwalten zwar ärztliche Honorare, diese basieren aber nicht auf KV-Investitionen. Vielmehr resultieren diese aus Versichertenbeiträgen und Aufwendungen der Krankenversicherungen, welche als morbiditätsbedingte Gesamtvergütung an die Kassenärztlichen Vereinigungen zur Verteilung anhand des Honorarverteilungsmaßstabs ausgezahlt werden.

Ärztlicherseits wäre ich daher nicht beunruhigt. Nicht deswegen zumindest...
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DocMoritz
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Re: KVWL -Brief, Honorare gesichert?

Beitrag von DocMoritz »

Aktuelles zum Thema:
Immobilienkrise belastet Ärzte
Der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe droht ein Millionenschaden, weil Investitionen in Gewerbeimmobilien unter Druck geraten sind.
Carolin Nieder-Entgelmeier
Der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe drohen aufgrund von unter Druck geratenen Immobiliengeschäften hohe finanzielle Schäden. Foto: KVWL
Der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe drohen aufgrund von unter Druck geratenen Immobiliengeschäften hohe finanzielle Schäden. Foto: KVWL
Dortmund/Bielefeld. Der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) drohen bei Geldanlagen in Immobilien hohe Verluste. Zuständig für die Kapitalanlagen war Vorstandsmitglied Thomas Müller, der Anfang Februar überraschend von seinen Aufgaben entbunden wurde. Doch welche Auswirkungen haben die möglichen Schwierigkeiten auf Ärzte und ihre Patienten? Die KVWL stellt die ambulante ärztliche Versorgung für die Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung sicher und vertritt die Interessen von mehr als 16.000 Ärzten und psychologischen Psychotherapeuten in der Region.

Die Funktionsfähigkeit der KVWL sowie die Vergütung der Ärzte und Psychotherapeuten und damit die Versorgung der Patienten soll nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums sichergestellt sein. Allerdings verweist das Ministerium auf den aktuellen Erkenntnisstand hin, da das Ausmaß des möglichen Schadens aktuell noch nicht bekannt ist.

Diese Einschätzung teilt auch der Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe, Lars Rettstadt: „Die Aufklärung steht noch am Anfang, aber aktuell sieht es so aus, dass die Löhne der Mitarbeiter sowie die Honorare der Ärzte und Psychotherapeuten sicher sind, weil die drohenden Verluste die Reserve der KVWL betreffen. Also Erträge, die unter anderem dazu dienen den Personalhaushalt und die Verwaltungskostenumlage zu stützen.“ Rettstadt rechnet deshalb aktuell nicht mit Folgen auf die Patientenversorgung.

Die KVWL ist eine von 17 Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland. Zu ihren Aufgaben als öffentlich-rechtliche Körperschaften zählen die Vertretung der Interessen der niedergelassenen Ärzte und psychologischen Psychotherapeuten und die Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung der Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung. Zudem verhandeln sie mit den Verbänden der Krankenkassen auch die Gesamtvergütung für die ärztlichen Leistungen aus und gewährleisten gegenüber den Kassen eine ordnungsgemäße Erbringung der ambulanten Leistungen.

Alle Ärzte und Psychotherapeuten, die zur Versorgung von Kassenpatienten zugelassen sind, sind Pflichtmitglieder in den Vereinigungen. Mit 16.000 Mitgliedern und 2.000 Mitarbeitern zählt die KVWL zu den größten Vereinigungen in Deutschland. Die KVWL hat drei hauptamtliche Vorstandsmitglieder. Zudem wählen die Mitglieder alle sechs Jahre aus ihren Reihen eine Vertreterversammlung, der auch Hausarzt Rettstadt angehört.

Von den drohenden Verlusten sowie der Freistellung von Vorstandsmitglied Müller sei die Versammlung überrascht worden, sagt Rettstadt. „Weder in der Vertreterversammlung, noch in den vorgeschalteten Kontrollgremien war der Fall vor der öffentlichen Bekanntgabe Thema.“ Entsprechend schlecht sei die Stimmung bei den Mitgliedern. „Meine Kollegen und ich sind maßlos enttäuscht und sehr verärgert.“

Nachfragen bei Ärzten in OWL, die nicht Teil der Vertreterversammlung der KVWL sind, zeigen hingegen, dass viele vom Vorgehen der KVWL nicht überrascht sind. „Intransparenz war schon immer ein Problem der KVWL, daher überrascht es mich nicht, dass angeblich niemand davon gewusst haben will, dass sich der Vorstand mit Immobiliengeschäften verspekuliert hat“, erklärt ein Arzt aus Bielefeld, der anonym bleiben möchte. „Offenbar haben die Mitglieder der Kontrollgremien versagt oder wollten nicht so genau hinsehen.“

Außerdem herrscht in vielen Praxen Unsicherheit. „Die KVWL behauptet aktuell zwar, dass die Honorare der Ärzte sicher sind, doch warum sollten wir das glauben?“, erklärt ein Arzt aus dem Kreis Herford, der ebenfalls anonym bleiben möchte. „Es herrscht extreme Verunsicherung, die auch unsere Patienten spüren.“

Der Hausärzteverband Westfalen-Lippe fordert die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses, der die Rolle des Gesamtvorstandes sowie der Gremien der KVWL beleuchtet. „Für eine schonungslose und transparente Aufklärung muss alles auf den Kopf gestellt werden, damit wir herausfinden können, ob und wo es zu Fehlern gekommen ist“, sagt Rettstadt. „Wenn klar ist, wie es zur aktuellen Lage kommen konnte, müssen Konsequenzen folgen.“ Zur möglichen Höhe der finanziellen Schäden könne sich der Hausarzt als Mitglied der Vertreterversammlung der KVWL nicht äußern.
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