Ist das eRp der neue Blaumilchkanal ?

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Lazarus
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Ist das eRp der neue Blaumilchkanal ?

Beitrag von Lazarus »

Wir haben das eRp vollständig in Funktion seit einigen Monaten und nutzen es sehr zufrieden für "Fernbestellungen", es läuft jetzt ohne Störung.
Im Praxisalltag sehe ich hingegen keinen erkennbaren Vorteil, Sinn oder Nutzen, da die Erstellung wesentlich länger und umständlicher ist als das Drucken eines simplen Rezeptes (Privat nein, Hilfsmittel nein, BW nein, grüne Rp nein, KassenRp ja, Berufsbezeichnung immer wieder Anfragen...Nerverei ohne Ende.).

(Hinzu kommt, dass die Patienten das Ganze nicht verstehen, dann von der Apotheke erstmal weggeschicht werden, weil noch nichts online ist, dann wird im zweiten Kontakt bestellt, dann gibt es das nicht, der Patient darf so 1x mehr in die Apotheke gehen, als sonst (2-3x). Als nächstes kommt er dann auch noch wieder, wegen Lieferengpässen und Alternativen.)

Eigentlich ist das eRp eine gute Idee, aber wenn das so weiter dysfunktional bleibt, dann können wir das nur freiwillig zu 100% einführen, wenn wir dazu gezwungen werden :-)
McLeod
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Re: Ist das eRp der neue Blaumilchkanal ?

Beitrag von McLeod »

Lazarus hat geschrieben: Mittwoch 17. Januar 2024, 11:52 Im Praxisalltag sehe ich hingegen keinen erkennbaren Vorteil, Sinn oder Nutzen, da die Erstellung wesentlich länger und umständlicher ist als das Drucken eines simplen Rezeptes...
Alles eine reine Frage von ordentlicher Praxissoftware. Wenn's vernünftig abgebildet ist, dann ändert sich beim eRezept nur der Button "Speichern + Drucken" zu "Speichern + Versenden". Beim babyblauen Elend ist das natürlich wieder alles mehr oder weniger professionell "rangefrickelt" und dadurch auch bescheidener zu bedienen.
Vorteile hat die ganze Geschichte vor allem beim Allgemeinmediziner: Grundsätzlich muß Tante Frieda dann eben wegen Ihrer 18 Sorten Tabletten nur noch einmal pro Quartal** in die Praxis latschen (Einlesen der Karte) und "steht dort im Weg 'rum", bei späteren Bestellungen kann sie dann am nächsten Tag direkt mit der Karte zum Schachtelzieher.

**Und natürlich kommt Tante Frieda auch noch wegen diverser Untersuchungenn und Co., hier ging's rein um den Medikamentennachschub.
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Lazarus
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Re: Ist das eRp der neue Blaumilchkanal ?

Beitrag von Lazarus »

Im Allgemeinen reicht eine Verordnung N3 für ein Quartal, insofern ist monentan 1 Kontakt "unvermeidbar", darüber hinaus hat es Gründe.

Außerdem ist es durchaus nicht schlecht, ab und zu den Patienten zu sehen, natürlich kann das auch der Apotheker machen, da er den Patienten gleich mehrfach hintereinander antanzen läßt.

Grundsätzlich ist der Zeitaufwand für ein eRp höher als beim Ausdruck, daher die Frage nach dem Sinn des Ganzen für die Praxis.
Wir machen es dort, wo sich ein Vorteil durch Zeitersparnis für uns abzeichnet, also bei "Fernbestellungen", der Rest kostet Arbeitszeit. Wofür?
McLeod
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Re: Ist das eRp der neue Blaumilchkanal ?

Beitrag von McLeod »

Lazarus hat geschrieben: Mittwoch 17. Januar 2024, 18:36 Im Allgemeinen reicht eine Verordnung N3 für ein Quartal, insofern ist monentan 1 Kontakt "unvermeidbar", darüber hinaus hat es Gründe.
Nur dummerweise sind im Alltag die schönen bunten Schächtelchen eben nicht alle am gleichen Tag leer, weshalb Tante Frieda dann doch 2-4x pro Quartal Nachschub ordert. Daß es auch andere, sinvolle Gründe gibt, daß Tante Frieda in der Praxis aufschlägt, wurde oben bereits erwähnt.
Lazarus hat geschrieben: Mittwoch 17. Januar 2024, 18:36 Grundsätzlich ist der Zeitaufwand für ein eRp höher als beim Ausdruck, daher die Frage nach dem Sinn des Ganzen für die Praxis.
Wird auch durch gebetsmühlenartige Wiederholung in dieser Allgemeinheit nicht richtiger. Wenn's richtig implementiert ist, spart des eRezept sogar Arbeitsschritte: Einfach Knöpfchen drücken und die Sache ist erledigt. Entnahme aus dem Drucker, händische Unterschrift und "Mediziner-Unterschriften-Schnitzeljagd" durch die MFAs entfallen.
Also müsste die Formulierung richtigerweise heißen: Weil wir immer noch das minderwertige hellblaue Elend einsetzen, ist bei uns der Zeitaufwand für ein eRp höher als beim Ausdruck. An diesem unbefriedigenden Zustand ist aber das eRezept als solches am wenigsten schuld.
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Lazarus
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Re: Ist das eRp der neue Blaumilchkanal ?

Beitrag von Lazarus »

Vielleicht nochmal zum Verständnis, wir stellen eRp aus, wo es einen Sinn macht, sehen ansonsten keinen Vorteil sondern eher Nachteile, die nicht alleine durch eine merkwürdige Programmierung bedingt sind. Insofern kann ich jeden verstehen, der erstmal abwartet.
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RAMöller
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Re: Ist das eRp der neue Blaumilchkanal ?

Beitrag von RAMöller »

Bei mir im Umfeld befinden sich noch ungewöhnlich viele Apotheken.
Plötzlich kamen haufenweise Anrufe wegen fehlender Berufsbezeichnung auf dem eRp, einige wollten das abgestempelt haben etc. Das war eine ziemliche Belästigung. Es hat schon einige Zeit gebraucht, herauszufinden, dass diese Bezeichnung gar nicht erforderlich ist wegen der qualifizierten Signatur. Irgendwie enstand der Eindruck, dass die Apotheken bürokratischen Widerstand leisten.

Wer schon mal den QR-Code an eine Online-Apotheke geschickt hat, weiß, wie schnell das Medikament ohne weiteren Zickerei ausgeliefert werden kann, es ist am nächten Tag in der Packstation oder zu Hause.
Im Prinzip ist das schon ein Fortschritt, der Blaumilchkanal ensteht durch den strukturellen Widerstand in Kombination mit einem seltsamen PVS
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