Roadmap gematik 1. Hj. 2026 - WTF?!

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FortiSecond
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Roadmap gematik 1. Hj. 2026 - WTF?!

Beitrag von FortiSecond »

https://fachportal.gematik.de/telematik ... ur/roadmap
Abruf 10.03.26

Göttlich...
Für Leistungserbringende:

Mit der Umsetzung von strukturierten KIM-Nachrichten in E-Rezept - eRp 26.1 können stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen Rezepte digital bei Arztpraxen anfordern und in Apotheken einlösen. Durch die Automatisierung der Nachrichtenverarbeitung entsteht eine Arbeitserleichterung für Praxen, Apotheken und Pflegeeinrichtungen. Für die Umsetzung durch Primärsysteme gibt es keine Verpflichtung.

Mit VSDM 2.0 können die standardisierten und abgestimmten Versicherungsdaten bei den Kassen online abgefragt werden. Updates der eGK im Feld sind nicht mehr notwendig. Die Komplexität der sichtbaren Produktkette kann reduziert werden.

Mit PoPP 1.0 wird der Einsatz von Standard-Kartenlesern (auch Smartphones mit NFC Leser) ermöglicht. Dadurch entfällt für Leistungserbringende in viele Versorgungsszenarien die Notwendigkeit Spezialhardware (eHealth-Kartenterminals) zum Einlesen der eGK zu nutzen. Dies ist ein wichtiger Baustein für eine leichtgewichtige Ausstattung in mobilen Einsatzszenarien wie für Haus- und Heimbesuchen.

Mit dem Update auf die PTV6 in Konn 1.2 wird sichergestellt, dass der TI-Zugang nach dem Wechsel auf den ECC-Verschlüsslungsalgorithmus [sic!, Anm. FortiSecond] kompatibel ist und ihr Konnektor oder TI-Gateway bereit für "Proof of Patience Presence" ist.

Durch TI-Zugang - TI-G 2.0 erfolgt das Update auf ECC-Verschlüsselung, die PoPP-Vorbereitung und die chipkartenfreie Institutsidentität. Die Anpassungen erhöhen die Sicherheit, Effizienz und Zuverlässigkeit der TI-Kommunikation, reduzieren Ausfallzeiten und Verwaltungsaufwand und beschleunigen digitale Prozesse, sodass Patientendaten geschützt sind und Versorgungsleistungen stabil und reibungslos bereitgestellt werden.

Mit Identitätsherausgabe - IDH SMB 1.2 können im gematik Herausgabebereich stehende Leistungserbringer‑Institutionen und ‑Organisationen eine kartenungebundene, digitale Institutionsidentität erhalten. Dadurch entfallen Abhängigkeiten von physischen Karten (SMC‑B), während Sicherheit, Skalierbarkeit und Verfügbarkeit gesteigert werden.

Persönlicher Kommentar (erzürnt):
HAHAHA, drehen wir mal eine Menge zurück und erklären die TI-Anforderungen für überzogen und manche bisherige teure Implementierungen für überflüssig:

Nachweis Anwesenheit Patient per NFC; VSDM ist wurscht durch Live-Abruf der Daten ohne Änderungen auf der Karte
PoPP: Anwesenheit des Patienten kann per NFC nachgewiesen werden, d.h. "Einlesen" der Karte am Smartphone als Nachweis, dass Patient/in wirklich da. Okay, Umlaufsmartphone für die Heime *hrhr*.
PoPP: Yeah, der klassische Kritikpunkt der Standortverfolgung von Patienten (Live-VSDM beim Einlesen) wird einfach mal elegant vom Tisch gespült. Da müssen ja Millionen an Ärztinnen und Ärzten das Gesundheitssystem bescheißen, denn sonst würde man ja nicht maximales "Live-Tracking" implementieren, nicht wahr? Patientenanwesenheit zum gegebenen Zeitpunkt... wie paranoid muss man eigentlich sein?! Am besten noch mit GPS-Stempelchen in der Einlese-App. Dafuq!

Aber das Schlimmste: Die Funktion der Rezeptanforderung per KIM, was zu einer Vereinfachung und Wegfall des Faxes und im Idealfall schnellen Workflows führen kann, ist NICHT verpflichtend für Praxisprogramme?!
Hallo?! Eine der wenigen ausnahmslos SINNVOLLEN Funktionen wird "optional"?
Ah ja, genau: Damit es als "KIM-Rezept-PLUS-Paket" für einmalig 499€ pro LANR und monatlich 9,99€ angeboten werden kann, sobald die erwartbaren Begehrlichkeiten seitens Heimen und Pflegediensten geweckt sind?
Ich kann gar nicht so viel fressen... Pfft!




Persönlicher Kommentar (gechillt):
Prima, endlich wird alles etwas einfacher und weniger kostspielig. Viele Erleichterungen und Verzicht auf milde Gaben für die Hardware- und Softwarehersteller. Einfacher umzusetzen, weniger Krempel mitschleppen. Feine Sache, das.
Dennoch finde ich die Idee mit NFC-Kartenerfassung für "Patientenpräsenz" ganz charmant: Mobile Kartenleser in den unverständlichen zwei Varianten (zur TI zugelassen, obwohl nicht online vs. "care"-Modell ohne TI-Zulassung) könnten entfallen. Denn die Kassen haben demnach mutmaßlich ein höheres Interesse an Live-Daten (Präsenznachweis) als am eHBA-Stempel und Seriennummer des mobilen Kartenlesers. All das entfällt, weil ja quasi in Echtzeit per NFC direkt verschlüsselt übertragen wird - an der TI vorbei, aber anscheinend ist die TI für die Sicherheit der Datenübertragung gar nicht so wichtig. :-)

Sachlich:
Spannende Neuigkeiten und Ausblick für das 1. Halbjahr 2026. Mal sehen, was davon tatsächlich fristgerecht kommt.
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