Kann man sich nicht TI einfach sparen

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Kann man sich nicht TI einfach sparen

Beitragvon piccolo1108 » Samstag 24. März 2018, 18:59

Bin hier im Forum fleißig beim Verfolgen der Entwicklung bezüglich der TI-Problematik. Mit größtem Grauen lese ich dabei von allen möglichen Problemen. Noch schiebe ich die Entscheidung FÜR die Initiierung des Ganzen vor mir her. Gibt es irgendwo irgendwelche verlässlichen Zahlen, wieviele Kollegen sich schon für diese Initialisierung entschieden haben, und wie viele so wie ich warten und auf eine vernunftbegabte Entscheidung VON OBEN hoffen, die den ganzen vorhersehbaren Schlamassel noch abwendet??? Genau genommen könnte man doch auch die 1% Strafe verkraften, sich aus allem raushalten und ohne TI weiter machen??? Oder was spräche dagegen? Wäre dann zu erwarten, dass man irgendwannn gar nicht arbeiten sprich die Leistungen abrechnen könnte???
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Re: Kann man sich nicht TI einfach sparen

Beitragvon mschiller » Samstag 24. März 2018, 19:32

Das Problem ist denke ich, dass unsere Selbstverwaltung ein Teil des Problems ist und zusätzlich noch eine Körperschaft öffentlichen Rechts und damit weisungsgebunden. Daher erfährt man aktuell nur überall wie toll der Rollout läuft mit lediglich kleineren Hakelein. Selbst bei zunächst normalen Berichten in der nichtärztlichen Presse stellt sich plötzlich eine wirtschaftliche Interessenkollision heraus.
Sehr ernüchternd. Es müsste sich jemand finden, der/die z.B. eine leicht erreichbare Protestseite ins Netz stellt bei der man sich registrieren kann. Könnte für manche Patienten vielleicht sogar ein Positivkriterium bei der Arztwahl sein.
TI ist so lächerlich und mit der Technik auch so veraltet, dass nicht Mal das Argument zieht, dass dies ein erster Einstieg ist. Es gibt genügend Hinweise darauf, dass dadurch die Behandlung nicht sicherer, aber viel bürokratischer wird.
Hightech in der Medizin mit einem BtM-Rezept dass im Durchschlagverfahren mit einem technisch überholten Nadeldrucksystem "funktioniert". Selbst Microsoft glaubt nicht mehr an die Existenz solcher Drucker in Produktivsystemen und schickt sie schon Mal bei Updates auf Altenteil.
Hat hier schon Mal jemand erwähnt im Forum: Wenn Ärzte das Telefonbuch auswendig lernen sollen, fragen sie nicht "warum?", sondern "Bis wann?"
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Re: Kann man sich nicht TI einfach sparen

Beitragvon J.Becker » Samstag 24. März 2018, 22:45

Ich werde sie (die Ti ) mir sparen!
Ich habe in den letzten Jahren soviel Unsinn mitgemacht, jetzt ist Schluß!
Hoffentlich finden sich genug andere, die es auch nicht machen.
Mit Grüßen aus dem Tal der Wupper J.Becker,Chirurg
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Re: Kann man sich nicht TI einfach sparen

Beitragvon Kasimir » Sonntag 25. März 2018, 09:34

Etwa 4000 TI-Anschlüsse soll es bisher geben. Über 200.000 sollen es werden.
Früher war ich immer einer der ersten, die Neuerungen mitmachten. Früher war es auch oft so, dass Neuerungen Sinn machten.
Jetzt ist das nicht mehr so.
Jeder muss das freilich für sich entscheiden, aber jeder sollte sich auch fragen: Warum?
- Um sich die 3000 Euro zu sichen, damit man nun bestenfalls kostenneutral (!) den Krankenkassen Arbeit abzunehmen? Mehr ist ja das VSDM nicht.
- Nützt es den Patienten? Verbessert sich dadurch die medizinische Versorgung? Ich meine: Nein.
- Erleichtert es mir die Arbeit? Nein, im Gegenteil.
- Mache ich mich angreifbarer? Auf alle Fälle. Sollte auch noch die zentrale Patientenkartei kommen, lecken sich schon die verschiedensten Interessenten alle zehn Finger, denn eine zentrale Datenbank ist viel leichter zu knacken, als sich, wenn man auf die Gesundheitsdaten scharf ist, diese aus hunderttausend einzelnen, also derzeit noch dezentralisierten Stellen, zusammenzuklauen.
- Beunruhigt es mich nicht, zu wissen, dass die Gematik mit einer Tochterfirma von Bertelsmann (!), nämlich Arvato Systems, zusammenarbeitet?
- Muss ich verzweifeln, wenn ich 1% weniger bekomme?
- Schone ich meine Nerven, wenn ich nur zugucke, wie die anderen TI mache? Ja.


Zumindest werde ich warten, wie sich das entwickelt. Und wenn es wirklich 80 % oder mehr erfolgreiche Anschlüsse gibt, dann kann ich mir das ganze ja nochmal durch den Kopf gehen lassen.
Ich würde mich freuen, wenn viele andere sich die TI auch sparen würden (Allerdings sehe ich das pessimistisch. Erst kürzlich sagte mir ein Kollege, er wolle die TI eigentlich auch nicht, aber da sich die deutschen Ärzte sowieso nicht einig werden und alles mit sich machen lassen, zog er daraus die Schlussfolgerung, dass er nun einer der ersten werden will, der mitmacht).
Viele Grüße
Kasimir
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Re: Kann man sich nicht TI einfach sparen

Beitragvon rfbdoc » Sonntag 25. März 2018, 22:10

Zumindest werde ich warten, wie sich das entwickelt. Und wenn es wirklich 80 % oder mehr erfolgreiche Anschlüsse gibt, dann kann ich mir das ganze ja nochmal durch den Kopf gehen lassen.

In allen von Ihnen aufgeführten Punkten bin ich vollkommen bei Ihnen !
Auch ich werde Entwicklung aufmerksam beobachtend abwarten und mich statt desen auf ärztliche Kompetenzfelder konzentrieren.
Grüße
R.F.B.
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Re: Kann man sich nicht TI einfach sparen

Beitragvon Frankolas » Montag 26. März 2018, 07:51

Ich werde mir das Anbieterfeld nochmal im Juli/August ansehen.
Evtl. kombiniere ich das dann auch mit einem kompletten Softwareumstieg.
Mal sehen, was da noch so für Entscheidungen getroffen werden.
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Re: Kann man sich nicht TI einfach sparen

Beitragvon Heilberger » Montag 26. März 2018, 16:08

Ich halte es wie Kollege Becker! Mir reichts! Vor lauter Hygiene, QM, Datenschutz, Dale-UV etc. habe ich kaum mehr Zeit zum arbeiten. Ich werde warten - warten - warten. 2019 werde ich auch die 1% Abzug hinnehmen. Es ist wie bei den TM-updates. Erst mal die finalen Berichte der Kollegen abwarten. Ich hoffe, daß der ganze Quatsch am Datenschutz scheitert. Gruß Heilberger
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Re: Kann man sich nicht TI einfach sparen

Beitragvon mschiller » Montag 26. März 2018, 16:20

Immerhin will die KBV - laut ihrer Website- Bachverbänden und die Frist bis zur Strafzahlung um ein halbes Jahr verschieben weil es ja noch gar keinen Wettbewerb gibt. Vielleicht stirbt der Quatsch bis dahin.
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Re: Kann man sich nicht TI einfach sparen

Beitragvon Frankolas » Montag 26. März 2018, 16:32

Heilberger hat geschrieben:..... Ich hoffe, daß der ganze Quatsch am Datenschutz scheitert. Gruß Heilberger


Tja, wenn man sich die aktuellen Hacks und Beeinflussungen über Bigdata so ansieht, dürfte es so nicht kommen.
Wo bleibt eigentlich der Aufschrei des Patientenbeauftragten der Bundesregierung. Oder duzen diese Leute sich auch mit
den Chefs bestimmter Aktiengesellschaften??
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Re: Kann man sich nicht TI einfach sparen

Beitragvon Nobbie » Dienstag 27. März 2018, 16:39

Hallo,
wir schieben das auch und sind zeitlich überhaupt nicht festgelegt, ggf. Strafe, geteilt durch 3 Äzte, vor Steuern.

an Heilberger: Sie haben neben QM, Hygiene und dem ganzen Zeug noch was vergessen, was Sie auch noch brauchen: einen professionellen Datenschutzbeauftragten. Ich habe vor einigen Tagen mit dem Justitiar vom BDC, speziell dem Datenschutzexperten der Kanzlei, telefoniert, der hat dazu geraten. Man kann auch die Kurse selbst machen, da stehen dann so nette Sachen wie 4 Tage Frankfurt, 2500,- Euro netto + Übernachtung, Auffrischkurse usw. Der Justitiar meinte, eine Firma sei billiger. Und man kann bei Datenschutzfehlern dem Datenschutzbeauftragten die Sache in die Schuhe schieben, der hat eine Haftpflicht.
Aber wir sind nebenberuflich immer noch Unfallchirurgen.
Gruß Nobbie
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Re: Kann man sich nicht TI einfach sparen

Beitragvon J.Becker » Dienstag 27. März 2018, 20:54

Hallo Nobbie
nach meinen Infos dürfte der teure Kurs nichts nützen, da der Datenschutzbeauftragte nicht sich selbst überwachen darf... d.h. Arzt als Beauftragter geht nicht!
Schönes Länderspiel noch!
Mit Grüßen aus dem Tal der Wupper J.Becker,Chirurg
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Re: Kann man sich nicht TI einfach sparen

Beitragvon rfbdoc » Dienstag 27. März 2018, 21:15

Einen Artikel im Westfälischen Ärzteblatt habe ich so verstanden, dass Sie z.B. in einer Einzelpraxis keinen Datenschutzbeauftragten benötigen.
Grüße
R.F.B.
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Re: Kann man sich nicht TI einfach sparen

Beitragvon mschiller » Dienstag 27. März 2018, 21:19

Der Grenzwert für den Datenschutzbeauftragten ist 9. 9 Personen in der Praxis. Egal ob Teilzeit, Vollzeit, Chef oder Azubi. Alles über 9 braucht den Datenschutzbeauftragten.
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Re: Kann man sich nicht TI einfach sparen

Beitragvon JueHof » Mittwoch 28. März 2018, 05:38

mschiller hat geschrieben:Der Grenzwert für den Datenschutzbeauftragten ist 9. 9 Personen in der Praxis. Egal ob Teilzeit, Vollzeit, Chef oder Azubi. Alles über 9 braucht den Datenschutzbeauftragten.



9 mit der Datenverarbeitung beschäftigte Personen. D.h. Reinigungskräfte u.ä. werden hier nicht mitgezählt.
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Re: Kann man sich nicht TI einfach sparen

Beitragvon Nobbie » Mittwoch 28. März 2018, 05:59

So wie ich das verstanden habe, braucht man den auch bei mehreren Ärzten auch bei weniger als 9 Personen.
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