danspie hat geschrieben:Im Gesetz kann stehen was will.
Schön das Sie das so sehen. Dann fangen wir bei den Heilberufen an und sagen ab jetzt kann jeder jeden behandeln - wofür studieren.
danspie hat geschrieben:Ich will Ihnen ein Beispiel vom Dienstag bringen: Meine Helferin ruft mich in einer Filiale (in der meine Frau ärztlich arbeitet) an, und berichtet, dass der PC an der Anmeldung nicht funktioniert. Ich bin raus gefahren: der Speicher war defekt -> neuer Speicher, nach 10min lief wieder alles.
Andernfalls hätte ich die Filiale einen halben Tag zu gemacht. Die Patienten des Ortes (wir sind dort die einzige Praxis) wären nicht versorgt gewesen. Was hat hier Priorität? Das MPG oder die Versorgung der Patienten?
Versorgt der Computer die Patienten? Ich glaube ärztliche Tätigkeiten können auch sehr gut einen Tag oder ein paar Stunden ohne PC durchgeführt werden. Oder ist erst mit Versichertenkarte ein Patient auch wirklich jemand den man als behandlungswürdig ansieht. Klar macht es arbeit die Patienten im AIS nachzupflegen aber machbar ist es. Von daher halte ich es für eine sehr fragwürdiges Argument, dass der Ort ohne Computer nicht versorgt gewesen wäre.
danspie hat geschrieben:Und dass ich nachträglich noch einen Spezialisten komme, der bestätigt, dass der PC wieder korrekt zusammen gesteckt wurde, kann doch keiner von mir ernstlich fordern, insbesondere da der Austausch ja nachträglich nicht zu erfassen ist!
So, Sie meinen das man dies nicht von Ihnen fordern kann bzw. das es nachträglich nicht nachweisbar oder erfassbar wäre.
So sei Ihnen versichert - es ist nachweisbar.
Eine seriöse Firma geht bei einer Prüfung her und klebt CE Prüfsiegel und zwar auf die Übergänge der Seitendeckel. Diese Siegel werden zerstört wenn jemand am PC "herumschraubt" und eine neue Versiegelung ist erforderlich.
Kommt es Aufgrund von nicht fachgerechtem "herumschrauben" zu Kurzschlüssen, Gehäuseteilen unter Strom oder schlimmer noch zu Bränden......
Was meinen Sie was sich die Gewerbeaufsicht, Berufsgenossenschaft, Kripo etc. dann so alles zeigen lassen.
Mit Sicherheit fallen die ersten Blicke auf die anderen PC's und Ihre "durchgeführte Prüfung" auf CE Konformität. Sollten diese keine Siegel haben und/oder Sie keine Unterlagen nachweisen ist dies nicht nur grobfahrlässig.
Im übrigen übernimmt in so einem Fall auch keine Versicherung den entstandenen Schaden.
danspie hat geschrieben:"Computer im Ärztlichen Sektor nicht teuer": Wenn ich einen billig-PC installiere, kostet er mir 300-400 Euro. Wenn ich ihn installieren lasse kostet er mindest 1000 Euro. Wir haben ca. 20 P, das macht 14.000Euro!
Ich schrieb ganz bewusst, dass
EDV im ärztlichen Sektor nicht automatisch teuer sein muss und sprach nicht explizit von Computern.
Wie lange braucht Ihr Servicetechniker um 1 PC zu installieren und mit dem nötigen AIS auszustatten? Nach Ihrer Rechnung würde ich sagen grob geschätzt 1 ganzen Arbeitstag inkl. Anfahrt.
Schade, anscheinend sind Sie bisher an die schwarzen Schafe der IT Branche im ärztlichen Sektor geraten sind. Denn EDV im ärztlichen Sektor muss immer noch nicht teuer sein.
Aber halt, wenn Sie hobbymäßig sich mit Ihrer IT auseinandersetzen ist dieses lobenswert und auch gut zu verstehen.
Vergessen Sie aber bitte bei Ihrer „Milchmädchenrechnung“ Ihre Arbeitszeit/Freizeit nicht. Wie hoch ist Ihr Stundensatz als Arzt? Hängt wohl am Durchsatz der Patienten – wenn ich net irre. Wir können ja von einem fiktiven Stundensatz ausgehen. Ich denke wir reden hier über 160,-- Euro/h. Aber verbessern Sie mich wenn ich falsch liegen sollte.
Wie viel Zeit nahmen denn folgende Tätigkeiten bei Ihnen in Anspruch.
1. Fahrten zur Filiale hin/zurück
2. Fehleranalyse
3. Neubeschaffung des RAM’s (weitere Fahrt?)
4. Installation + Prüfung
Ich glaube, die 10 min die Sie hier angegeben haben, war wohl eher Ihre subjektive Wohlfühlzeit als die objektiv gebrauchte Zeit.
Gehen wir also mal ganz vorsichtig geschätzt von 1 Stunde mit An- und Abfahrt etc aus.
Dann reden wir über 160,-- Euro die Sie während der Zeit nicht verdient haben und die Sie nacharbeiten müssen.
Aber nicht nur das….
1. Ihre Patienten mussten warten und Ihr Wartezimmerplan verschiebt sich an diesem Tag nach hinten.
2. Die Patienten sind mit Sicherheit nicht davon begeistert, noch länger zu warten als es mittlerweile allgemein üblich ist. Aber das „Gemurre“ der Patienten nimmt man ja gerne in Kauf denn denen bleibt ja eh nichts anderes übrig als zu warten weil es bei anderen Ärzten ja nicht besser aussieht.
3. Durch die Patientenverschiebung sind an diesem Tag
„husch-husch Untersuchungen“ vorprogrammiert oder was eher der Fall ist – die Praxis muss Überstunden machen.
Gehen wir also davon aus, dass Sie als guter Arzt Ihre Patienten trotz des „Notfalls“ in der Filiale mit gleicher Sorgfalt und Zeit wie sonst auch immer Untersuchen und sich die Sprechstunde 1 Stunde nach hinten verschiebt.
Sie haben 1 Stunde weniger Freizeit – ist ja zu verschmerzen wenn man so ein schönes Hobby hat und gerne an PC’s schraubt.
Aber halt – ihre Helferinnen sehen das bestimmt anders und wollen die Überstunde bezahlt bekommen. Was kosten 2 Helferinnen für ne Überstunde??
Ach ja und eines noch….
danspie hat geschrieben:Was hat hier Priorität? Das MPG oder die Versorgung der Patienten?
Wenn ich das jetzt richtig interpretiere und ich lasse mich gerne verbessern – anscheinend das Hobby……
Oder was war in der Zeit mit Ihren Patienten?
Falls Zynismus gefunden wird kann dieser gerne behalten werden