T2Med und Sicherheit der Patientendaten

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T2Med und Sicherheit der Patientendaten

Beitragvon Geigenberger » Samstag 13. Dezember 2014, 07:50

Hallo,

das Thema ist ja schon kurz angeschnitten worden [1]. Mittlerweile sind ja mehr Einzelheiten über T2Med bekannt: Ab Januar gibt es eine Demoversion und ab März kann man das Programm bestellen.

Mittlerweile wissen wir: [2]

1. T2Med ist "browserorientiert", ja "ist der Browser"[3].
2. Ein problemloser Smartphone-Zugriff ist möglich – eine sicher tolle Sache bei Hausbesuchen.

Meine Skepsis gegen jede Form der Internetanbindung von Arztpraxen ist ja bekannt und wahrscheinlich bisweilen schon "nervig"[4]. Klar, am Internet kommt man nicht mehr vorbei – und das haben aber eben auch Firmen wie Amazon, Google und Facebook schon lange erkannt. Wenn diese Firmen für Milliarden Dollar "Fremdsoftware" kaufen, dann geht es ihnen nicht nur um den Programmcode, denn den könnten sie ja viel billiger selber entwickeln, sondern in erster Linie um die Nutzer, die diese gekauften Programme bereits haben und anwenden. Und natürlich um deren Daten, die man dann gezielt für punktgenaue Werbung nutzen kann und an denen auch einige andere dubiösen "Freunde" in den USA interessiert sind.

Sogenannte "Apps", die milliardenfach in Smartphones installiert sind, können eben auch so programmiert werden, dass sie Daten, die über das Handy laufen, abgreifen, speichern und völlig ohne Wissen des Smartphone-Besitzers selbständig und unbemerkt versenden können. Ich sehe das ja schon bei den von mir amateurhaft entwickelten Programmen [5], denen ich ohne große Probleme und mit erstaunlich wenigen Code-Zeilen "Fähigkeiten" mitgeben kann, Daten des Computers, auf dem sie installiert sind oder die über den Computer "laufen", zwischenzuspeichern und bei "Gelegenheit" irgendwo hinzusenden. Und dazu bin ich bereits mit meinem sehr lückenhaften Computerhalbwissen in der Lage!!!

T2med funktioniert also, das ist mittlerweile recht klar, ziemlich ähnlich wie z.B. dieses Forum hier: Das Programm, also die Foren-Software liegt auf einem angemieteten Server und auch die Daten des Forums, also alle Foreneinträge, in einer Datenbank (MySQL), die auf diesem Server läuft . Damit ist das Forum dann weltweit und in fast jedem Winkel der Erde blitzschnell abrufbar und die Daten, also die Forumeinträge erscheinen fast augenblicklich auf Ihrem Computermonitor, egal ob Sie sich auf einer kleinen thailändischen Insel oder mitten in Berlin befinden.
Genauso funktioniert offenbar auch "T2Med". Natürlich laufen die Daten dabei – anders wie die Datenströme dieses Forums - über einen gesicherten Internetkanal ( ipsec, vpn-Tunnel etc. ). Dieser Weg gilt als sicher – da habe ich auch gar keine Bedenken.

Aber es könnte andere "Schwachpunkte" geben:

1. Da ist zunächst der der Praxisserver, der mit dem Internet verbunden ist. Diese Problematik besteht aber mit allen Rechnern in einer Praxis, die "online" sind; dies ist nicht T2Med-spezifisch, denkbare Sicherheitslücken wurden auch hier im Forum schon öfter diskutuert. Ein absolut nicht kleines "Restrisiko" bleibt meiner Ansicht nach allemal.
Mir gibt es aber schon weiterhin sehr zu denken, dass sogar Server ganz großer Industrieunternehmen reihenweise gehackt worden sind. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass so eine vergleichsweise "kleine Praxis-EDV" sicher sein kann. Und auch Herr Dr. vonder Burchard hat in einem Thread schon beschrieben, wie sündhaft teuer die Server seiner Firma waren. Offenbar muss man also schon richtig Geld in die Hand nehmen, um Computer die mit dem Internet verbunden sind, wenigstens einigermaßen sicher vor Hackern zu machen.

2. Und dann ist da natürlich die "App" (=Software) auf dem Smartphone, das die Daten, die vom Praxisserver geliefert werden, optisch darstellt und Eingaben entgegen nimmt. Smartphone-Apps sind leider sehr häufig sozusagen das "Bermuda-Dreieck" der Datensicherheit.
Es vergeht kaum eine Woche, während der man nicht irgendwo Berichte über gehackte Smartphones lesen kann. Jedesmal, wenn man eine "App" installiert, dann muss man sich bewußt sein, dass man dieser Anwendung großes Vertrauen entgegen bringen muss. Es gibt massenhaft Programme auf Handys, die irgendwelchen "Unsinn" machen, Daten ausspionieren und diese dann irgendwo hinsenden. Denken Sie an die oben genannten Milliarden-Investitionen von Google, Facebook und co. Da gibt es beunruhigende Hintergedanken! [6] "Googeln" Sie einfach mal nach den Begriffen "Smartphone ausspähen" oder "Iphone Sicherheitslücke". Sie werden sich wundern!! Wenn es sich dabei nun "nur" um ein paar private Adressen oder Bilder handelt, dann ist ja noch nicht soo viel passiert. Aber wenn es dabei um sehr persönliche Daten unserer Patienten geht....

http://www.experto.de/b2b/computer/sich ... -sich.html ->
"Laut dem Sicherheitsunternehmen Bitdefender greifen rund 20 Prozent aller iPhone-Apps auf die Kontakte Ihres Smartphones zu, über 40 Prozent verfolgen, wo Sie sich gerade aufhalten und rund 60 Prozent verschlüsseln die gesammelten Daten. Der Zugriff erfolgt dabei häufig, ohne Sie darüber zu informieren und Ihre Zustimmung einzuholen. "

http://www.wiwo.de/technologie/digitale ... 312-2.html ->
"Die schwarze Liste der Top-Schnüffler liest sich wie das „Who is who“ der erfolgreichsten Handyprogramme. Besonders dreist greifen soziale Netzwerke wie Facebook und LinkedIn Daten ab. Aber auch Skype, Marktführer bei Internet-Telefonie, die Navigations-App von Navigon, das Online-Auktionshaus Ebay, der DB Navigator der Deutschen Bahn oder der Einkaufshelfer Barcoo, der beim Shoppen Strichcodes entschlüsselt, stehen weit oben im Ranking gefährlichster Apps. 29 Apps, ein Drittel der untersuchten Anwendungen, stufen die Tester als „sehr kritisch“ oder „kritisch“ ein. „Ein Einsatz im Unternehmen ist nicht zu empfehlen“, warnt Raimund Genes, Technik-Chef bei Trend Micro."

Es tut mir ja leid, aber wenn ich solche Dinge lese, bekomme nicht nur ich [6] Bauchschmerzen.
Zu meiner Beruhigung gibt es da aber ja auch noch ein paar "Sicherungssysteme", die zukünftigen Kunden von T2Med einen etwas ruhigeren Schlaf bescheren können.

1. Kenner der Materie, die sich auch in diesem Forum aufhalten.

2. Unsere "KV", die ja bei der Zulassung eine neue Praxissoftware hoffentlich nicht nur daraufhin prüft, ob die Abrechnung mit ihren Servern "kompatibel" ist, sondern als öffentlich-rechtliche Einrichtung auch im Hinblick auf den Datenschutz der Patienten. Hier muss sich schon jeder Arzt ein wenig auf das Zulassungszertifikat der KV verlassen können, denn wie soll denn ein Mediziner die Sicherheit einer Arztsoftware selber beurteilen können!?

3. Und Last but not Least die Konkurrenz von T2Med. Diese wird mit ziemlicher Sicherheit keine Gelegenheit ungenutzt lassen, Sicherheitslücken, sollten solche existieren, öffentlich zu machen.

Ich wünsche mir sehr, dass diesbezüglich bei T2Med alles gut geht und ich vertraue auch darauf, dass es den Leuten um Herrn Dr. vonderBurchard gelingt, ihren neu entwickelten "Browser" gegen alle diese "bösen Jungs" draußen abzusichern, denn eine neue Generation von Arztsoftware wäre wirklich schon mal wieder gut!

Alfons Geigenberger

<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

[1]
viewtopic.php?f=70&t=5105
[2]
viewtopic.php?f=70&t=4678&p=25835#p25835
[3]
viewtopic.php?f=70&t=5189&p=29695
viewtopic.php?f=70&t=4878&p=27144
[4]
viewtopic.php?f=11&t=2796
viewtopic.php?f=11&t=5132&p=29069#p29069
[5]
http://www.mymemorydb.n-bay.de/
http://www.mygpgnospy.n-bay.de/
http://www.mychesstime.n-bay.de/
[6]
https://www.test.de/Datenschutz-bei-App ... 3-4378648/
http://t3n.de/news/ios-sicherheitsluecke-hacker-558627/
http://www.teltarif.de/samsung-sicherhe ... 54842.html
[8]
viewtopic.php?f=70&t=5189&start=15#p29697
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Re: T2Med und Sicherheit der Patientendaten

Beitragvon DrHJvdB » Samstag 13. Dezember 2014, 14:08

Nun ja,

komplexe Materie, viele Gedanken...

Mein Teilbeitrag hierzu:
unsere SmartphoneApp und die iPadApp haben wir ja nun selbst programmiert. Wir haben den Code ja ganz alleine gemacht. Wir wissen also genau, was unsere App macht. Sie nimmt halt über vpn/ipsec eine Verbindung ausschließlich mit dem Server in der Praxis auf. Mehr passiert da ja nicht.

Wir sind also keine App, die 'komische Sachen' macht. Sie schreiben: Jedesmal, wenn man eine "App" installiert, dann muss man sich bewußt sein, dass man dieser Anwendung großes Vertrauen entgegen bringen muss.
Im Falle der T2med-App können Sie absolut beruhigt sein. Selbstverständlich macht unsere App nichts Böses. Was sollte sie auch schon machen???

Und immer wieder das Gleiche: man muss das ja alles nicht benutzen. Sie können rein verdrahtet arbeiten (also Netzwerk wie früher). Kein Wlan, kein Internet.
Wlan brauchen Sie nur, wenn Sie mit iPad oder iPhone arbeiten. Hierzu würde ich Ihnen aber schon raten. Alleine wegen der tollen Fotografiermöglichkeit. Sie glauben gar nicht, wie schön das funktioniert. Sitzt jemand vor Ihnen mit einem merkwürdigen Ausschlag: einfach mit iPod/iPhone knipsen und sofort ist das Bild auf Ihrem großen Schreibtisch-Monitor. Seitdem wir das haben, mache ich ganz viele Fotos. Einfach, weil es so einfach und auch beeindruckend ist.

Lieber Herr Geigenberger, wünschen Sie sich zu Weihnachten doch mal einen iPod touch. Kostet nicht viel und vielleicht werden Sie dann so sogar ein kleiner Apple-Fan...
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Re: T2Med und Sicherheit der Patientendaten

Beitragvon Geigenberger » Samstag 13. Dezember 2014, 16:10

DrHJvdB hat geschrieben:... Selbstverständlich macht unsere App nichts Böses...

.. Ihre natürlich nicht! Und die anderen gefühlt 100 App's auf dem IPhone???
DrHJvdB hat geschrieben:Und immer wieder das Gleiche: man muss das ja alles nicht benutzen. Sie können rein verdrahtet arbeiten (also Netzwerk wie früher). Kein Wlan, kein Internet.


Und auch hier wieder das Gleiche: Mir geht's da nicht um mich!

Es geht hier auch um die Rechte der Patienten, die einen Anspruch darauf haben, dass Ihre Daten bei Ihrem Arzt sicher sind.
Und es geht auch um die zukünftigen Nutzer von T2Med, die T2Med langfristig ohne "böse Überraschungen" langfristig nutzen wollen.

Solche Fragen muss man diskutieren dürfen, wenn schon von Ihnen sehr großzügig eine Diskussionsbereitschaft angeboten wird, wofür wir Ihnen hier im Forum alle sehr dankbar sind.
Seien Sie mir bitte nicht böse, aber mit der Aussage: "Sie müssen's ja nicht nutzen" möchte ich mich nicht zufrieden geben. Da werden Sie immer wieder mal etwas von mir hören.

DrHJvdB hat geschrieben:komplexe Materie, viele Gedanken...
Stimmt! So ist es!

Viele Grüße
A. Geigenberger
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Re: T2Med und Sicherheit der Patientendaten

Beitragvon DrHJvdB » Samstag 13. Dezember 2014, 18:44

Ich habe allerdings bislang noch nicht gehört, dass es eine App für's iPhone gibt, welche im Hintergrund andere Apps belauscht und ggfs. Inhalte woanders hinfunkt. Haben Sie solche Informationen?
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Re: T2Med und Sicherheit der Patientendaten

Beitragvon Geigenberger » Sonntag 14. Dezember 2014, 00:22

...na, da lesen Sie doch bitte ganz einfach meinen Textbeitrag nochmal durch:

--->
viewtopic.php?f=78&t=5216&start=0

Da finden Sie das:

http://www.experto.de/b2b/computer/sich ... -sich.html ->

"Laut dem Sicherheitsunternehmen Bitdefender greifen rund 20 Prozent aller iPhone-Apps auf die Kontakte Ihres Smartphones zu, über 40 Prozent verfolgen, wo Sie sich gerade aufhalten und rund 60 Prozent verschlüsseln die gesammelten Daten. Der Zugriff erfolgt dabei häufig, ohne Sie darüber zu informieren und Ihre Zustimmung einzuholen. "

und das:

http://www.wiwo.de/technologie/digitale ... 312-2.html ->

"Die schwarze Liste der Top-Schnüffler liest sich wie das „Who is who“ der erfolgreichsten Handyprogramme. Besonders dreist greifen soziale Netzwerke wie Facebook und LinkedIn Daten ab. Aber auch Skype, Marktführer bei Internet-Telefonie, die Navigations-App von Navigon, das Online-Auktionshaus Ebay, der DB Navigator der Deutschen Bahn oder der Einkaufshelfer Barcoo, der beim Shoppen Strichcodes entschlüsselt, stehen weit oben im Ranking gefährlichster Apps. 29 Apps, ein Drittel der untersuchten Anwendungen, stufen die Tester als „sehr kritisch“ oder „kritisch“ ein. „Ein Einsatz im Unternehmen ist nicht zu empfehlen“, warnt Raimund Genes, Technik-Chef bei Trend Micro."


und das auch:

Geigenberger hat geschrieben: "Googeln" Sie einfach mal nach den Begriffen "Smartphone ausspähen" oder "Iphone Sicherheitslücke". Sie werden sich wundern!! Wenn es sich dabei nun "nur" um ein paar private Adressen oder Bilder handelt, dann ist ja noch nicht soo viel passiert. Aber wenn es dabei um sehr persönliche Daten unserer Patienten geht....


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Re: T2Med und Sicherheit der Patientendaten

Beitragvon vg » Mittwoch 17. Dezember 2014, 13:57

Hallo,
interessante Diskussion zum Thema Datensicherheit. Dank für fachkundige Ratschläge, aber auch an Herrn Snowden.
Fazit: Meine Praxis bleibt bis auf Labor via ISDN weiter strikt offline.
Anderer Gesichtspunkt: wie viele Daten werden „freiwillig“ (gegen bares) herausgegeben? Hier ein Beispiel AOK Nordost:

Zitat:„Der Versorgungsstrukturvertrag mit der AOK Nordost ist ab
1. Juli 2014 in Kraft getreten und gilt für alle Haus- und Fachärzte.
Mit dem Einsatz einer entsprechenden Vertragssoftware im
Praxisverwaltungssystem werden Hinweise z. B. zu wirtschaftlichen
Arzneimittelverordnungen gegeben.
Es bedarf keiner Teilnahmeerklärung des Versicherten der AOK
Nordost.
Die extrabudgetäre Vergütung erfolgt gestaffelt:
bis 300 Behandlungsfälle der AOK Nordost = 4,30 € je Fall
ab 301 Behandlungsfälle der AOK Nordost = 4,00 € je Fall…“ Hompage KVMV

Für 4 € pro Fall erhalten wir also von der AOK kluge Ratschläge zur Medikation. Erinnert mich irgendwie an 30 Silberlinge. Viele Kollegen machen mit> neuer Programmteil bei TM, natürlich kostenpflichtig und ab mit Patientendaten an die AOK. Natürlich kennt man dort unser Verordnungsverhalten bereits. …

Bin sehr gespannt auf die Testversion von T2Med. Ein wesentliches Argument für einen Umstieg wäre zumindest eine Abwählbarkeit bei Installation und updates für solche als Arztinformationssystem getarnten Programmbestandteile.
Ich will hier auch nicht den Moralapostel spielen, bei uns muss z.B. DMP rein. Aber ein Auswahlrecht hätte ich schon gern. Wie oft musste ich schon die Einladung zu Telemed wegklicken?

Über Apps denke ich noch nicht nach. Zunächst wäre weniger mehr.

Schöne Adventszeit
VG
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Re: T2Med und Sicherheit der Patientendaten

Beitragvon Geigenberger » Mittwoch 17. Dezember 2014, 14:05

Hallo,

DrHJvdB hat geschrieben:Ich habe allerdings bislang noch nicht gehört, dass es eine App für's iPhone gibt, welche im Hintergrund andere Apps belauscht und ggfs. Inhalte woanders hinfunkt. Haben Sie solche Informationen?

Ja, da braucht man aber wirklich nicht lange zu suchen. Es gibt zu diesem Thema massenhaft Hinweise!
z.B.:
http://t3n.de/news/ios-sicherheitsluecke-hacker-558627/ ->

"Absichtliche Sicherheitslücken in iOS? Darum könnte dein iPhone unsicher sein

... Die jetzt vermutete Hintertür hat es allerdings in sich. Wer ein iPhone oder iPad nutzt muss damit rechnen, dass seine gespeicherten Fotos, sein Surf-Verhalten und Daten aus den Ortungsdiensten entwendet werden können. Laut dem Sicherheitsforscher und Hacker Jonathan Zdziarski sind dafür undokumentierte Systemdienste verantwortlich, [b]die eine Hintertür zum Gerät jedes iOS-Nutzers offen halten.
.....
Unter den Diensten und versteckten Tools .... befinden sich unter anderem ein „Packet Sniffer“, der den Netzwerkverkehr überwacht und aufzeichnet, sowie einen Dienst zur Dateiübertragung von beispielsweise Social-Media-Logins, Fotos, Sprachnachrichten und Kontakten. Diese Daten sind dann unverschlüsselt, selbst wenn der Nutzer die Verschlüsselung für Backups aktiviert hat. Der Hacker hält die nicht dokumentierten Dienste in erster Linie für verdächtig, weil sie auf Daten zugreifen könnten, die eigentlich für ein Troubleshooting völlig unerheblich sind. Außerdem erzeugen die Dienste Rohdaten, mit denen Support-Mitarbeiter eigentlich nichts anfangen können.
....
...„Ich beschuldige Apple nicht, mit der NSA zusammen zu arbeiten. Dennoch vermute ich, dass einige der in Frage kommenden Dienste von der NSA genutzt wurden, um in manchen Fällen Daten zu sammeln. ..."

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Re: T2Med und Sicherheit der Patientendaten

Beitragvon danspie » Mittwoch 17. Dezember 2014, 14:25

geigenberger schrieb:
„Ich beschuldige Apple nicht, mit der NSA zusammen zu arbeiten

Lieber Herr Geigenberger,
dann schauen sie doch mal in Wikipedia unter dem Stichwort "National Security Agency" nach:
Darüber hinaus ist auch die Zusammenarbeit der NSA mit Apple und Novell bekannt geworden.

A. Spiegl
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Re: T2Med und Sicherheit der Patientendaten

Beitragvon Geigenberger » Mittwoch 17. Dezember 2014, 14:41

Hallo Herr Spiegl,
das war eigentlich ein Zitat. Mir sind schon auch - Snowden sei Dank - die viel intensiveren Verflechtungen bekannt.
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Re: T2Med und Sicherheit der Patientendaten

Beitragvon mschiller » Sonntag 10. Mai 2015, 11:30

Sabberlodd. Auch hier Fehlanzeige was eine Stellungnahme von Herrn von der B. angeht. Sobald harte Argumente kommen, KO.mt von T2 nichts mehr. Datensicherheit ist doch nicht ein Gimmick, das ist die Basis. Und wegducken bei der Frage geht meines Erachtens gar nicht!
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Re: T2Med und Sicherheit der Patientendaten

Beitragvon cgmhasser » Montag 22. Juni 2015, 06:34

Es ist einzig eine Sache von Vertrauen!
Ich gewinne den Eindruck, dass die Sicherheitsthemen einfach immer nur weggebügelt werden. Die Naivität mit der hier behauptet wird, eine IPhone App könne gar nicht auf eine andere zugreifen, macht mir Angst. Hier kann man einmal nachlesen, dass IOS und OSX keinesfalls sicher sind. Nur die Scheinsicherheit, Arroganz und das Halbwissen sind offenbar bei den Apple-Jüngern höher: http://www.heise.de/security/meldung/Ze ... 15047.html
Ja sicher, dies betrifft alle Apps auch die Arztprogramme der CGM usw. und die sind garantiert nicht besser! Aber wenn DrvdB der Chef von T2Med ist, dann sollte dieser, bei allem Respekt, kompetenter mit den Sicherheitsthemen umgehen. Mit "ich vertraue auf meine Jungs" kann man kein Vertrauen schaffen.
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Re: T2Med und Sicherheit der Patientendaten

Beitragvon Geigenberger » Montag 22. Juni 2015, 06:59

... Internetanbindung von Praxissystemen ist ja schon ein großes Sicherheits-Problem,
kontinuierlicher Zugriff einer Smartphone-App geht gar nicht!
Und die KV duckt sich weg.

Eine schöne Woche
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