Windows 10 Zwangsupdates

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Windows 10 Zwangsupdates

Beitragvon Meckelein » Freitag 30. Oktober 2015, 13:38

So, jetzt ist es soweit. Microsoft hat gestern in seinem Blog bekannt gegeben, dass das Update von Windows 7/8/8.1 auf Windows 10 auf den Status "Optional" gestellt wird. Wenn man ein bisschen weiter liesst stolpert man noch über die Tatsache, dass ab Anfang 2016 das Update dann auf den Status "Wichtig" gestellt wird. Hierdurch wird jedes System, auf dem die Updates automatisch installiert werden (Grundeinstellung), auch direkt ein Update auf Windows 10 durchführen, laut Microsoft mit nochmaliger Frage. Dies bedeutet jetzt, wir können uns nicht mehr aussuchen ob das Update durchgeführt werden soll, sondern müssen dieses aktiv jedesmal verhinden. Siehe hierzu auch den Artikel bei Golem.de in dem das nochmal zusammengefasst ist.
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Re: Windows 10 Zwangsupdates

Beitragvon Geigenberger » Freitag 30. Oktober 2015, 15:22

... warum z.B. große deutsche Firmen diese Spy-Software überhaupt noch verwenden kann ich einfach nicht verstehen.
Es ist, wenn man die Veröffentlichungen von Edward Snowden kennt, ausgesprochen unwahrscheinlich, dass in diesem Betriebssystem KEINE von der NSA erzwungene "Back-Door" versteckt eingebaut ist.

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Re: Windows 10 Zwangsupdates

Beitragvon EWERKER » Freitag 30. Oktober 2015, 20:49

Das fragt man sich. Aber MS oder ein paar andere Giganten bzw. US-Behörden brauchen nur an einer Stelle ein paar Zertifikate blockieren und die die halbe Welt verhungert, weil ganze Infrastrukturen ausfallen! Cyberwar eben. Das ist doch schon seit XP so. Seit WIN10 sind wir uns nur der Misere etwas bewusster geworden. Ich finde Windows 10 technisch richtig gut. Vor allem "Continuum" .
Das Programme sich dynamisch an ein Eingabegerät anpassen (Touch, Maus, Tastatur) und das gleiche Programm auf PC , Tablet oder Telefon läuft. Davon ist Apple weit entfernt (die können noch nicht einmal eine Touchgeste auf dem Mac PC - haben ja auch keine Touchdisplays, aber alle rennen trotzdem hin). Stellen Sie sich ein Turbomed vor, was "merkt", wie es gerade bedient wird. Benutze ich ein Notebook: Mausbedienung und keine Megatouchflächen. Ziehe ich den Bildschirm ab, dann extragroße Touchflächen und andere Menüs. So ist die Vision mit WINDOWS 10 und deren Universal-Apps. So wird man in Zukunft arbeiten. Dann muss man nicht versuchen ein PC-Programm gleichermaßen auf Tablets "gangbar" zu machen und umgekehrt (siehe Nachbarforum). Es gibt da einige tolle Sachen.

Es ist auch nicht so, dass MS nun Ihre Patienten ungefragt in die Cloud überträgt, aber die EULA lässt eben viele Spielräume und dies ist zu kritisieren. Warum kritisiert man Sicherheitsupdates die sofort (Privatnutzer) oder nach einer Gnadenfrist (Firmenkunden) erzwungen werden, wenn man Internet nutzt? Das halbe Internet krankt an den Open-Source-Lücken, die keiner fixt. Open-SSL, Typo3, Joombla, Wordpress, PHP. Alle IT Dienstleister sind pausenlos beschäftigt, um dort die wöchentlichen Löcher zu stopfen. In Closed-Source bisher auch: Eine Arztpraxis mit XP und 100 fehlenden Sicherheitsupdates ist ein potentielles Sicherheitsrisiko, für alle seine Patienten. Wenn es Unbelehrbare gibt, die Ihre Systeme zu einer weltweiten Gefahr verkommen lassen, dann sind vielleicht Zwangsupdates der bessere Weg.
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Re: Windows 10 Zwangsupdates

Beitragvon wahnfried » Samstag 31. Oktober 2015, 13:29

EWERKER hat geschrieben:Eine Arztpraxis mit XP und 100 fehlenden Sicherheitsupdates ist ein potentielles Sicherheitsrisiko, für alle seine Patienten.

...aber doch nur, wenn man Internet-Verbindung nutzt und/oder Software aus unzuverlässiger Quelle per CD/DVD/USB importiert...

Ein Problem sehe ich darin, dass die KVen auf Software auf Basis von Win7/8 pocht, um mit ihr zu kommunizieren. Ist das nicht bei solcher Konnektivität zu "klein-weich" dann ab 2016 echt illegal? Man müsste darauf pochen, dass sie Kommunikation über Linux-Systeme ermöglichen.

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Re: Windows 10 Zwangsupdates

Beitragvon Meckelein » Montag 2. November 2015, 09:23

Also zum einen nochmal, weder OpenSource noch ClosedSource Software ist vom Grunde her unsicherer oder sicherer. Es kommt in beiden Fällen immer auf den Administrator drauf an wie sicher ein System ist. Auch Sicherheitslücken werden im Mittel in beiden Systemarten ähnlich schnell geschlossen. Und in beiden Systemen gibt es eindrucksvolle Beispiele für Sicherheitslücken die eine lange Zeit über bestand hatten. Es liegt an der technischen Expertise des Administrators welches System er verwenden möchte und dann auch administrieren kann. Ich verwende lieber OpenSource Systeme wo immer es mir möglich ist, dafür kann ich mit Windows Servern nicht so viel anfangen, damit kenne ich mich nicht so gut aus.

Und zu den KVen die auf Win7/8 pochen, das stimmt nicht. Die KVen stellen Ihre Tools die für die Abrechnungen benötigt werden in Java zur Verfügung, welches systemübergreifend Funktioniert. Es liegt an den Herstellern der Arztsoftware welches Betriebssystem diese unterstützen wollen. Die meisten nehmen halt den Weg des geringsten Wiederstandes und programmieren nur für ein Betriebssystem für welches es die meisten potentiellen Kunden gibt. Dahingegend gibt es neuerdings auch Anbieter die erkannt haben, dass es wohl in Zukunft nurnoch darauf an kommt, dass die Software läuft und zwar auf jedem Gerät mit jedem Betriebssystem.

Aktuell scheint dies der Weg zu sein auf dem es läuft. Es wäre auch die konsequente Weiterführung des Cloud Gedanken. Bislang konnten wir "nur" auf Daten und bestimmte Funktionen geräteunabhängig zugreifen. Diese Einschränkung wird in naher Zukunft aber Fallen, da mittlerweile an Software gebaut wird, die es erlaubt eine beliebige Software auf einem beliebigen Betriebssystem auszuführen. Dies ist auch mit einer der Punkte vor dennen Microsoft Angst hat. Der PC Markt verliert massiv, im Mobil Markt konnten sie keinen Fuß fassen und im professionellen Serverbereich haben sie noch nie eine Rolle gespielt. Die Änderungen mit Windows 10 u.a. "Continuum" sind sehr zu begrüssen, da es hierdurch den Programmierern erleichtert wird ihre Programme platformübergreifen zu erstellen. Aber auch hierbei bleibt noch das große Problem, es muss eine Platform mit einem Microsoft Betriebssystem sein. Also muss Microsoft dafür sorgen, dass die Menge an potentiellen Kunden eine kritische Größe überschreitet, welche quasi durch das selbstgesteckte Ziel von 1 Milliarde Windows 10 Installationen dargestellt wird. Um dieses Ziel zu erreichen, werden jetzt halt Zwangsupdates eingeführt. Dieses vorgehen ist in der Geschichte bislang einzigartig und noch kein Hersteller hat sich dies getraut.

Interessant dabei ist vor allem auch, dass sogar Microsoft selber weiss wohin in Zukunft die Reise gehen wird. Dies sieht man daran, dass die Investitionen in die Cloud Systeme nicht mehr erhöht werden sollen, zumindest wenn man den Punkt mit dem gekippten "Safe Harbour Abkommen" mal ausser acht lässt. Dafür investiert Microsoft vermehrt in OpenSource Initiativen und bindet diese in ihre eigenen Produkte mit ein. Dabei sei u.a. die OpenSSH Implementierung in die PowerShell genannt, sowie das Linux OS für die Router und Switches in den eigenen Cloud Rechenzentren sowie Docker. Hierbei sollte man sich vor allem vor Augen führen, dass gerade Microsoft vor nicht mal 10 Jahren noch einer der größten Gegner von OpenSource war und alles mögliche getan hat um dieses mit einer Schmutzkampagne zu überziehen. Es wurde damals viel Zeit und Geld verpulvert um einen Gegner zu diskreditieren. Es wäre viel sinnvoller gewesen, seine eigenen Stärken heraus zu stellen und sich weiter zu entwickeln, dann hätte man jetzt nicht solche Probleme an allen Fronten und müsste auf Entwicklungen der angeblich so schlechten OpenSource zurück greifen.

So viel erstmal von mir.
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Re: Windows 10 Zwangsupdates

Beitragvon EWERKER » Montag 2. November 2015, 13:03

wahnfried hat geschrieben:
EWERKER hat geschrieben:Eine Arztpraxis mit XP und 100 fehlenden Sicherheitsupdates ist ein potentielles Sicherheitsrisiko, für alle seine Patienten.

...aber doch nur, wenn man Internet-Verbindung nutzt und/oder Software aus unzuverlässiger Quelle per CD/DVD/USB importiert...


Ob Internet oder nicht. In jeder Praxis werden Datenträger (bewusst aber meist unbewusst) benutzt. USB Sticks, SD Karten, CD, DVD, Handys drangesteckt. Oft werden Datenträger "herumgereicht", Langzeit RR oder EKG, DICOM.....Gerade in diesen "Offline-Praxen" hat man Fundgruben von Malware. Nur sind eben diese völlig "nackt" und ungeschützt im Gegensatz zu den Internetpraxen, bei denen man meist ein Mindestmaß an Sicherheit vorfindet.
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Re: Windows 10 Zwangsupdate - Auf ein Neues

Beitragvon wahnfried » Mittwoch 13. Januar 2016, 17:01

Netterweise hat "klein weich" am oder vor dem 11.1.2016 ein "Empfohlenes Update" lanciert, das selbst auf PC's, die sich mit allen im MS-Bulletin angegebenen Maßnahmen gegen das zwangsweise Herunterladen des W10-Updates gewappnet hatten, die App GWX "Get Windows X" wieder eingerichtet hat.

Es handelt sich um das Update "KB 3035583 : ...installiert die App Get Windows 10 in Windows 8.1 und Windows 7 SP1"

Nach dem Deinstallieren dieses Updates [via "Updateverlauf anzeigen - installierte Updates - 'runterscrollen bis zur Windows-Liste (unterhalb der für "net"), dort ist es wegen Sortierung nach Installationsdatum derzeit eines der oberen - hervorheben - Button "Deinstallieren" - Geduld: es dauert..., dann Neustart] bin ich wieder ohne das entsprechende Fenster in der Schnellstartleiste unterwegs.

Da man munkelt, dass "klein weich" gestern den Upgradeprozess zum WinX als "Empfohlenes Update" (nicht mehr "optional") einstufen würde -
siehe http://www.chip.de/news/Vorsicht-vor-de ... 64976.html
und http://www.pcspezialist.de/blog/2016/01 ... -patchday/
- habe ich schnell noch den Haken bei "Empfohlenen Updates wie wichtige behandeln" entfernt.

Natürlich habe ich auch eingestellt, dass über Updates nur benachrichtigt wird und der Zeitpunkt des Herunterladens manuell festgelegt wird, sonst blockiert mir das ggfs die Arbeit, an der ich gerade dran bin - wenn ich nicht gut aufpasse, sogar mit zwischenzeitlichen Neustarts des Betriebssystems, wobei ja die Reorganisationen richtig Zeit brauchen können.

Siehe auch Microsoft's "Anleitung" zum Widerstand: https://support.microsoft.com/de-de/kb/3080351 (Verwalten von Windows 10 Benachrichtigung und Upgrade-Optionen)

Die Methode, ein Update derart zu lancieren und dies nach Initiierung des unerwünschten Updates nicht mehr abwählen, sondern nur noch verschieben zu können, finde ich richtig perfide.

Das spricht wirklich für ein Praxisprogramm, das auf Linux läuft.
Dumm nur, dass ich für das weiter Anschauen der alten Daten dann immer noch Windows brauchen würde - oder eine teure Gesamt-Konvertierung (da die zumeist angebotenen BDT-Importe ja nur das Wichtigste, nicht aber die Feinheiten übertragen...)

Grüsse, Wahnfried
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Re: Windows 10 Zwangsupdates

Beitragvon Nobbie » Montag 13. Februar 2017, 18:02

Hallo,
ich habe nicht alles gelesen und weiß nicht, ob das schon erwähnt wurde: es gibt von Computerbild (glaube ich) ein Win10 Zwangsupdatekiller, hat bei uns bisher gewirkt.

Gruß Nobbie
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