Faxen via IP-basiertem Telefonanschluss...

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Faxen via IP-basiertem Telefonanschluss...

Beitragvon wahnfried » Samstag 27. Juni 2015, 23:18

...scheint derzeit / inzwischen beim IP-Telefonie-DSL-Anschluss der Telekom gut zu funktionieren.

Grüsse, Wahnfried

edit:
...in diesem Falle mit einem Brother MFC-8440 am frisch eingerichteten IP-Anschluss der Telecom als Sender und Fritz-Fax per ISDN als Empfänger direkt an der NTBA via Alice-DSL(mit ISDN) in der einen Richtung
sowie Brother MFC-7320 am Alice-ISDN mit zwischengeschalteter Eumex5000 oder Fritz-Fax vom PC direkt an die NTBA als Sender (und Empfänger der obige MFC-8440 am IP-Anschluss der Telekom)
--> alles einwandfrei angekommen
w.
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Re: Faxen via IP-basiertem Telefonanschluss...

Beitragvon EWERKER » Sonntag 28. Juni 2015, 09:39

leider nicht mit allen Faxgeräten. Wenn man 9600,8,N,1 oder "Überseemodus" oder "VoIP Modus" ( alles ist quasi gleich) einstellt, dann klappt es fast immer. Aber es gibt hartnäckige VoIP Provider die ein absolut kompatibles T38 Protokoll verlangen, dann klappt es oft nicht.
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Re: Faxen via IP-basiertem Telefonanschluss...

Beitragvon Meckelein » Sonntag 28. Juni 2015, 14:32

Meiner Erfahrung nach funktionieren die meisten Faxgeräte an einem VoIP Anschluss, ich selber lasse dort ein ca. 8 Jahre altes Brother MFC laufen. Aber das gilt nur, so lange man eine bis max. zwei Seiten übertragen möchte. Bei längeren Übertragungen, teilweise auch schon aber der zweiten Seite, bricht die Übertragung zusammen. Aktuell ist es nicht Ratsam ein Faxgerät an einem VoiP Anschluss zu betreiben, egal welches Fax. Es gibt momentan zwar Lösungen im Bereich FoIP (Fax over IP) aber diese sind, Erfahrungsgemäß, stark Abhängig vom Telekomunikationsanbieter. Es mussten schon Fälle supportet werden, in dennen das Fax zu einem Empfänger funktionierte, zum anderen aber nicht. Am Schluss stellte sich heraus, dass es ein Problem im Bereich des Netzgateway gab, das Fax ging von einem Telekom Anschluss zu einem Vodafone Anschluss. Auch sind mir etliche Fälle bekannt, in dennen das Senderfax sagte "Erfolgreich übertragen" beim Empfänger aber nur Teile oder auch garnichts ausser leeren Seiten ankam. Wer immer einen echten Analog oder ISDN Anschluss hat ist hiervon meist ausgenommen, aber im Bereich der VoIP Anschlüsse sollte man auf Fax versuchen komplett zu verzichten.

Ich empfehle allen meinen Praxen, wenn möglich Daten über andere verschlüsselte Leitungen zu übertragen, also SSL Verschlüsselt im Bereich http (Browser), verschlüsselte E-Mails, wobei das die wenigsten Empfänger können oder halt sowas wie KV-Safenet. Mein Labor hat z.B. auf FTP Übertragung der Laborwerte mit Verschlüsselung umgestellt, seitdem kann ich auch die verhassten Modem Emulationen raus schmeissen. In den Fällen in dennen ein Fax benutzt werden muss, empfehle ich ganz klar die Online Fax Lösungen der Anbieter, meist über die Kundencentren zu erreichen. Hier würde ich auch generel eine Nummer für den Faxempfang einrichten und die bislang verwendete Faxnummer hierauf umleiten und das Fax als E-Mail zu bekommen. Auch wenn es umständlicher ist ein Fax zu senden, es muss erst eingescannt und anschliessend dem Onlinefax zur Verfügung gestellt werden, ist die Sicherheit der erfolgreichen Übertragung hierbei gewährleistet. Zumindest sind mir keine Fälle bekannt, in dennen die Faxe nicht oder nicht komplett übertragen wurden.

Auch wenn der eigene Anschluss noch Analog oder ISDN ist, wird momentan die komplette Infrastruktur auf packetbasierte Übertragung umgestellt. Da hierbei auch nicht verulstfreie Komprimierungsalgorithmen eingesetzt werden, sind Probleme vorhanden und diese werden sich in Zukunft mehren. Wir selber können dagegen nichts tun, da diese Umstellung von allen Telekomunikationsunternehmen voran getrieben wird. Meiner eigenen Meinung nach, hinken gerade die Krankenkassen und die Ärzte hier der Entwicklung schon nach. Es gibt heutzutage viele gute und funktionierende Verschlüsselungsmethoden um eine sichere Übertragung von Patientendaten, auch im Internet, zu gewährleisten. Das einzige das fehlt ist eine handhabbare Methode diese auch wirklich zu verwenden. Großes Problem in diesem Bereich ist auch die Politik. Hier sitzen viele Personen, die keine Ahnung von Technik haben und auch nicht in der Lage sind, sich von Experten beraten zu lassen. Ich bin kein Freund davon, immer und sofort auf den neuesten Hype auf zu springen, aber im Bereich der Datenübertragung von besonders zu schützenden Daten muss endlich etwas geändert werden. Vor allem da die gesendeten Faxe von VoIP Anschlüssen im Normalfall nicht verschlüsselt sind und jederman den Inhalt lesen kann, wenn er die entsprechenden Packete findet.

Sorry für den langen Text und das Abweichen vom Thema, aber das mußte mal raus. Und ja, ich bin ein Gegner von Faxübertragung und ein Freund von Verschlüsselung, gerade im Bereich der Kommunikation im Internet.
Alexander Meckelein
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Re: Faxen via IP-basiertem Telefonanschluss...

Beitragvon EWERKER » Sonntag 28. Juni 2015, 18:35

Allerdings sind doch analoge Faxe und Gespräche auch unverschlüsselt und beinahe ohne Equipment abhörbar. Letztlich ist es ein TIF was da gemorst wird, allerdings zuverlässig. ISDN ist genauso zentral "abhörbar" wie VoIP, mit dem Unterschied, dass der "Abhörer" nicht erst rausfinden muss, wo er die Daten abgreifen kann und es geht mit primitiven Mitteln. Nur das massenhafte Überwachen macht analog sehr viel Aufwand. Ich hab privat auch eine analoge Leitung, aber dienstlich würde ich nie wieder auf VoIP verzichten wollen. Auch das Fax macht kaum Probleme. Allerdings hat die Telekom recht wenig Erfahrung damit, da sind andere 5 Jahre weiter. SRTP und SIPS muss man erst einmal abhören, dagegen ist analog ein Kinderspiel. Abgesehen, dass die analogen Gespräche schon lange die digitalen Leitungswege nutzen, genau wie VoIP. Man kann sich über die Zwangsdigitaliserung ärgern, aber aufhalten wird man sie nicht.
Wenn ich so nachdenke, tausende Arztpraxen erhalten unverschlüsselte Labordaten, teilweise mit Namen und Diagnosen - ich kenne Labore, da ist das Standard-Kennwort die Arztnummer! Hier wird seit 25 Jahren der Datenschutz mißachtet, aber vor dem Internet wird gewarnt.
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